Starthilfe geben: Die Autobatterie richtig überbrücken




Starthilfe geben: Die Autobatterie richtig überbrücken | ndr.de

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Autobatterien leiden unter Kälte – Unterwegs mit dem ADAC (3 Min)

Stand: 12.01.2026 12:07 Uhr

Wenn das Auto nicht anspringt, braucht der Motor Starthilfe. Wer beim Überbrücken der Autobatterie Fehler macht, kann allerdings die Elektronik des Autos erheblich beschädigen. So geht es richtig.

Auf kalte Nächte folgt für manche Autofahrer eine böse Überraschung: Der Wagen springt morgens nicht mehr an. Dann ist Starthilfe mit einem Überbrückungskabel gefragt. Doch vor der Ersten Hilfe am Auto sollte man in der Bedienungsanleitung die Hinweise zur Starthilfe lesen. Das gilt besonders für Fahrzeuge mit Start-Stopp-System oder Hybrid-Antrieben. Der ADAC warnt: Im schlimmsten Fall können die Bordelektronik oder die Batterie beschädigt werden – speziell bei modernen Fahrzeugen mit viel Elektronik unterm Blech. Auf keinen Fall dürfen Plus- und Minus-Pol verwechselt werden. Das kann leicht passieren, wenn die Markierungen auf der Batterie schlecht zu erkennen sind.

Beim Kabel auf Durchmesser achten

Die Kabel sollten die DIN-Norm 72553 erfüllen und bei Autos mit kleinerem Benzinmotor einen Querschnitt von mindestens 16 Quadratmillimetern sowie von mindestens 25 Quadratmillimetern für größere Benziner und Dieselfahrzeuge haben. Viele Überbrückungskabel haben zudem Schutzschalter, die Spannungsspitzen und damit Elektronikschäden am Auto verhindern sollen.

Kabel in richtiger Reihenfolge anschließen

Beim Anschließen der Starthilfekabel unbedingt auf die richtige Reihenfolge achten. Zunächst alle elektrischen Verbraucher und den Motor des Spenderfahrzeugs ausschalten.

  1. Rotes Kabel an den Pluspol der vollen Batterie des Spenderfahrzeugs klemmen.
  2. Das andere Ende des roten Kabels mit dem Pluspol der leeren Batterie des Empfängerfahrzeugs verbinden.
  3. Das schwarze Kabel am Minuspol des Spenderfahrzeugs befestigen.
  4. Das andere Ende des schwarzen Kabels mit dem Massepunkt (siehe Bedienungsanleitung) oder einem unlackierten Teil am Motorblock des Empfängerfahrzeugs verbinden. Nicht an den Minuspol der leeren Batterie anklemmen.
  5. Motor des Spenderfahrzeugs starten und kurz laufen lassen.
  6. Motor des Empfängerfahrzeugs mit der leeren Batterie starten. Höchstens drei Startversuche von wenigen Sekunden im Abstand von etwa einer Minute unternehmen.
  7. Beide Motoren einige Minuten laufen lassen. Kabel noch nicht entfernen.
  8. Elektrische Verbraucher wie Lüftung oder Heckscheiben-Heizung beim Empfängerauto einschalten. Das vermeidet Spannungsspitzen.
  9. Schwarzes Kabel erst vom Empfängerfahrzeug, dann vom Spenderfahrzeug entfernen.
  10. Rotes Kabel entfernen.
  11. Elektrische Verbraucher beim Empfängerfahrzeug ausschalten, den Motor laufen lassen und mindestens 20 Minuten zügig fahren, möglichst nicht im Stadtverkehr.

Der ADAC bietet Starthilfe-Tipps auch zum Ausdrucken als PDF.

Anschieben als Starthilfe ungeeignet

Was tun, wenn kein Starthilfekabel zur Hand ist? Den Wagen anzuschieben, funktioniert nur bei Autos mit Benzinmotor. Bei Diesel-Fahrzeugen kann eine Strecke von mehreren Hundert Metern notwendig sein, bei Autos mit Automatikgetriebe ist das Anschieben sogar unmöglich. Und falls die Batterie gar nicht die Ursache für die Panne ist, kann Anschieben böse Folgen haben. Viele Autohersteller weisen in der Bedienungsanleitung darauf hin, dass Anschieben keine geeignete Starthilfe ist. Stattdessen lieber bei der Pannenhilfe-Hotline eines Automobilclubs anrufen.

Batterie kontrollieren und pflegen

Damit die Batterie auch bei Kälte fit bleibt, sollte man sie regelmäßig kontrollieren. Die Pole müssen sauber und trocken sein, sonst können sogenannte Kriechströme entstehen, die den Akku langsam entladen. Zur Pflege hilft spezielles Polfett. Auch dünnflüssige Leichtlauföle im Motor schonen die Batterie, denn sie bringen den Motor bei Kälte einfacher in Schwung.

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