Spotmarkt reagiert verzögert: Dieselpreis treibt Transportkosten

Die Auswertung der europaweiten Spotmarktpreise in Kalenderwoche 9 weist einen durchschnittlich geforderten Kilometerpreis von 1,49 Euro aus – ein Jahrestief. Bereits eine Woche später lag der Wert bei 1,52 Euro und erreichte in KW 11 rund 1,59 Euro pro Kilometer. Damit erhöhten sich die Forderungen der Transportunternehmen innerhalb von zwei Wochen um etwa 6,7 Prozent, wie Timocom mitteilt.

Im nationalen Verkehr ist der Anstieg deutlicher ausgefallen. Die durchschnittlichen Forderungen stiegen von 1,62 Euro pro Kilometer (KW 9) auf 1,68 Euro (KW 10) und erreichten in KW 11 rund 1,76 Euro. Das entspricht einem Plus von rund 8,6 Prozent. Zu Beginn der 12. Kalenderwoche lagen die geforderten Preise bereits nahe der Marke von 1,80 Euro pro Kilometer.

Parallel dazu verzeichnet der Dieselpreis seit Kalenderwoche 9 einen erheblich stärkeren Sprung. Allein in Deutschland beträgt der Anstieg rund 32 Prozent. Dennoch schlägt sich diese Entwicklung nicht sofort vollständig in den Transportpreisen nieder.

Viele Unternehmen federn kurzfristige Preisbewegungen durch eigene Strukturen ab: „Viele Transportunternehmen spüren diese Entwicklung nicht unmittelbar in voller Höhe. Größere Flotten verfügen häufig über eigene Betriebshof-Tankstellen mit langfristigen Lieferverträgen oder festen Kontingenten. Zudem tanken viele Frachtführer regelmäßig im Ausland, wo die Kraftstoffpreise teilweise niedriger sind“, erklärt Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei Timocom.

Gburek betont, dass kurzfristige Dieselpreissprünge daher oft zeitversetzt auf die Spotmarktpreise wirken.

Ob die Transportpreise dauerhaft steigen, hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Dieselpreisniveau in den kommenden Wochen stabilisiert: „Falls die Dieselpreise langfristig auf dem hohen Niveau bleiben, dürfte dies einen deutlicheren Anstieg der Transportpreise nach sich ziehen“, so Gunnar Gburek weiter.

Gleichzeitig bleibe offen, ob Transportunternehmen ihre höheren Betriebskosten in voller Höhe an ihre Auftraggeber weiterreichen können. Das aktuelle schwache Wirtschaftswachstum setzt zusätzlich Grenzen.

Die G7-Staaten prüfen den Einsatz ihrer Notreserven. Die Bundesregierung plant strengere Kartellregeln und eine tägliche Preisgrenze an Tankstellen – als Reaktion auf die stark gestiegenen Spritpreise.