Spannung vor Datenflut: Tech-Aktien schaffen ein Comeback

Spannung vor Datenflut Tech-Aktien schaffen ein Comeback

09.02.2026, 22:41 Uhr

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Der Dow nimmt weitere Rekordmarken in den Blick. (Foto: AP)

Auch zum Wochenstart bleibt die Wall Street im Erholungsmodus. Die Sorgen um die Profitabilität der KI‑Investitionen flauen ab, die Kurse der Tech-Werte zeigen nach oben. Zum Ende der Woche kommen neue Konjunkturdaten.

Die US-Börsen haben zu Wochenbeginn ihre Aufwärtsbewegung vom Freitag fortgesetzt, wenn auch mit einem deutlich gebremstem Tempo. Der Dow-Jones-Index markierte im frühen Handel bei 50.219 Punkten erneut ein Rekordhoch, gab im Anschluss die Gewinne aber fast vollständig wieder ab. Der Index schloss mit einem Plus von 20 Punkten bei 50.136 Punkten. Dagegen legten der S&P-500 um 0,5 Prozent zu und der Nasdaq-Composite gewann 0,9 Prozent. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 1658 (Freitag: 2223) angegeben, die der -verlierer mit 1096 (548). Unverändert schlossen 65 (67) Titel. Positive Daten zur US-Verbraucherstimmung hatten den Dow-Jones-Index zum Wochenschluss erstmals über die Marke von 50.000 Punkten gehievt.

Die jüngsten Befürchtungen, dass sich viele Unternehmen mit hohen Investitionen in KI-Projekte übernehmen könnten, was zuletzt für deutliche Verluste im Technologie-Sektor gesorgt hatte, traten in den Hintergrund. Bei den Tech-Werten kam es zu einer Erholung. So stiegen Nvidia um 2,5 Prozent, Microsoft um 3,1 Prozent, Palantir Technologies um 5,2 Prozent und Alphabet legten um 0,4 Prozent zu.

Zu Wochenbeginn war die Nachrichtenlage eher dünn. Weder standen wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda, noch wurden Quartalszahlen bedeutender Unternehmen veröffentlicht. Im Wochenverlauf wird jedoch die Bekanntgabe des offiziellen Arbeitsmarktberichts für Januar nachgeholt. Auch Verbraucherpreisdaten sind angekündigt. Beide Daten könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank geben, hieß es.

Anleger schauen weiter nach Gold

Politisch galt das Interesse dem Wahlsieg der Regierungspartei LDP unter Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in Japan. Takaichi ist eine Befürworterin höherer staatlicher Ausgaben zur Ankurbelung der Konjunktur und präferiert zugleich eine lockere Geldpolitik. Am Anleihemarkt fielen die Kurse japanischer Anleihen mit der Aussicht auf eine wachsende Staatsverschuldung, die Marktzinsen stiegen. Dies wiederum ließ die japanische Landeswährung Yen vor allem zum Dollar aufwerten. Der Dollar-Index büßte 0,8 Prozent ein.

Der schwächere Dollar stützte den Goldpreis, der um 2,4 Prozent auf 5083 Dollar je Feinunze stieg und wieder über der Marke von 5000 Dollar notierte. Große institutionelle Anleger bleiben laut der ANZ trotz des jüngsten Ausverkaufs optimistisch für Gold. Diese Einschätzung werde auch von der chinesischen Zentralbank geteilt, die ihre Goldkäufe im Januar den 15. Monat in Folge fortgesetzt habe. Am US-Anleihemarkt gab es dagegen kaum Bewegung. Die Zehnjahresrendite notierte wenig verändert bei 4,20 Prozent. Marktteilnehmer sprachen von einer Seitwärtsbewegung vor den anstehenden US-Daten.

Die Ölpreise holten zwischenzeitliche leichte Verluste wieder auf und legten zu. Die Notierungen für Brent und WTI stiegen um bis zu 1,3 Prozent. „Die geopolitischen Aufschläge bauen sich stetig ab, aber es wird kurzfristig keine Gewissheit über das Schicksal des Irans geben, bis ein Rahmenabkommen zustande gekommen ist“, schrieb Neil Crosby von Sparta Commodities. Der Markt warte zudem auf Klarheit bezüglich der indischen Käufe von russischem Rohöl, fügte er hinzu.

Hims & Hers mit dickem Minus

Unter den Einzelwerten sackten die Aktien von Hims & Hers Health um 16 Prozent ab. Das Unternehmen will doch keine Nachahmerversion der Abnehmpille von Novo Nordisk anbieten. Am Wochenende hatte das Unternehmen erklärt, wegen juristischer Drohungen, auch von der Gesundheitsbehörde FDA, darauf zu verzichten.

Der Kurs des Einzelhändlers Kroger stieg um 3,9 Prozent. Das Unternehmen will mit Greg Foran ein ehemaliges Mitglied der Unternehmensführung seines wichtigsten Wettbewerbers Walmart zum neuen CEO machen. Um 1,3 Prozent nach unten ging es mit dem Kurs von Eli Lilly. Der Pharmakonzern übernimmt das auf Gentherapie spezialisierte Biotech-Unternehmen Orna Therapeutics für bis zu 2,4 Milliarden Dollar.

Micron fielen um 2,8 Prozent, hatten im Verlauf aber schon deutlicher im Minus gelegen. Die wichtigste Wettbewerberin des Chipkonzerns, die südkoreanische Samsung Electronics, wird einem Bericht zufolge gegen Ende des Monats mit der Massenherstellung ihres neuen High-Bandwidth-Memory-Chips HBM4 beginnen.

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Quelle: ntv.de, mau/DJ