Historie
Der Kampf mit Schnee und Eis – wie jetzt bei Sturmtief „Elli“ – ist ein spannender Teil der Bundesliga-Geschichte. Die Winterpause war lange nicht gewollt.
Sturmtief „Elli“ beschäftigt die Fußball-Bundesliga, die am Wochenende ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen will. Eis und Schnee könnten für Spielausfälle sorgen, zum Beispiel bei der Partie FC St. Pauli gegen RB Leipzig am Sonntag. Das erinnert an Zeiten, in denen es weitaus häufiger vorkam, dass Spiele ausfielen – oder dass auf schneebedeckten Plätzen gespielt wurde.
Das Sportschau-Archiv birgt herrliche Bilder von rutschenden Spielern und fröstelnden Zuschauern, der farbige Bälle waren wichtige Utensile in den Materialschränken. Lange spielte die Liga über den Jahreswechsel weitgehend durch, die Zuschauereinnahmen der Wintermonate waren zu wichtig. „Dann lassen wir lieber ein Spiel ausfallen hier in Mönchengladbach, als dass wir uns eine dreimonatige Pause ans Bein binden“, sagte etwa Helmut Grashoff, damaliger Manager von Borussia Mönchengladbach, im Februar 1969.
1986: Die Winterpause und ihre Folgen
Doch es blieb nicht bei Einzelfällen, immer wieder brachten Absagen die Spielpläne durcheinander. Ein Tiefpunkt war die Saison 1978/79, als 46 Spiele wetterbedingt ausfielen.
Trotzdem dauerte es noch sechs weitere Jahre, bis der Deutsche Fußball-Bund (DFB) der Bundesliga eine feste Winterpause verpasste. In der Saison 1986/87 dauerte sie volle elf Wochen bis zum 21. Februar. Doch der Winter hielt dagegen, sorgte beim Rückrunden-Auftaktspiel zwischen Borussia Dortmund gegen Bayern München (2:2) für reichlich Neuschnee auf dem Rasen.
1987: Münchens Roland Wohlfarth im Zweikampf mit Dortmunds Michael Zorc und Günter Kutowski
Die Winterpause brachte Begleiterscheinungen mit sich: Hallenturniere sorgten für eine nette Abwechslung, hochkarätig besetzte Profiteams traten beim „Budenzauber“ gegeneinander an, die Fans waren begeistert.
Rasenheizungen und Klimawandel
Doch diese Zeiten sind passé. Rasenheizungen machten sich in den 90er Jahren breit, wurden 2007 gar Pflicht für alle Erst- und Zweitligisten. Hinzu kam, dass der Klimawandel die Durchschnittstemperaturen im Winter besonders ab den 1980er-Jahren nach oben trieb.
So kommt es, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) sich schon seit einigen Jahren traut, den Spielbetrieb bereits Anfang Januar wieder aufzunehmen – ein Zeitpunkt, an dem Deutschlands Kernwinter gerade erst anfängt.
Bei heftigen Schneefällen kommen aber auch Rasenheizungen an ihre Grenzen, sodass Sturmtief „Elli“ das Potenzial hat, Spielplan durcheinanderzuwirbeln. Ganz so schlimm wie im Jahr 1970 dürfte es aber nicht werden. Damals fiel, ebenfalls Anfang Januar, ein kompletter Bundesligaspieltag wetterbedingt aus.
