Skispringen: Prevc sichert sich trotz Disqualifikation die „Big Five“ – Sport

Philipp Raimund schaute verdutzt auf die „1“, die plötzlich neben seinem Namen aufleuchtete. Gerade noch hatte der Oberstdorfer dem überragenden Domen Prevc zum historischen Sieg gratuliert, wenige Minuten später wurde der Slowene überraschend disqualifiziert. Und Raimund durfte sich 25 Tage nach seinem Triumph bei Olympia plötzlich auch Weltcupsieger nennen – zum ersten Mal in seiner Karriere.

„Es hat natürlich einen leicht komischen Beigeschmack“, sagte Raimund nach seinem Sieg mit Verspätung im ZDF: „Es fühlt sich aber sehr gut an. Seit Olympia bin ich auf einem hohen Niveau und etwas befreiter. Ich bin heute sehr stolz.“ Raimund war im finnischen Lahti auf 122,5 Meter geflogen, wurde in dem Wettkampf mit nur einem Durchgang aber zunächst von Prevc (129 Meter) übertroffen. Doch dann kam die Wende: Prevc, Gewinner der Vierschanzentournee, wurde aus der Wertung genommen, da er zu wenig Gewicht für seine Skilänge auf die Waage brachte.

Prevc durfte dennoch feiern: Weil sein Verfolger Ryoyu Kobayashi nur Sechster wurde, ist ihm der erstmalige Triumph im Gesamtweltcup nicht mehr zu nehmen. Damit hat der Weltmeister innerhalb von nur zwölf Monaten alle fünf großen Einzeltitel seines Sports gewonnen. Die „Big Five“ hatte vor ihm nur der 2019 verstorbene Finne Matti Nykänen geholt, allerdings über eine wesentlich längere Zeitspanne hinweg.

Prevc schaffte seine fünf Triumphe sogar in Rekordzeit: Begonnen hatte die Titeljagd am 8. März 2025 mit WM-Gold in Trondheim, es folgten die Siege bei der Vierschanzentournee, der Skiflug-WM und den Olympischen Spielen – schneller geht es nicht. Bereits am Donnerstag hatte seine Schwester Nika auf der WM-Schanze von 2029 ebenfalls den Gewinn des Gesamtweltcups perfekt gemacht, erstmals gehen die Kugeln somit an ein Geschwisterpaar.