Skispringen in Innsbruck – Prevc ausgebremst, Schreckmoment für Hoffmann

Felix Hoffmann in der Luft

Stand: 04.01.2026 23:22 Uhr

Das dritte Springen bei der Vierschanzentournee – und das erste Mal mit richtig Spannung. Nach der One-Man-Show von Domen Prevc in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen ging es am Sonntag (4.Januar 2026) beim Bergiselspringen in Innsbruck deutlich enger zu.  

Vier Flieger lagen nach dem ersten Durchgang nahezu gleichauf. Am Ende hatte Ren Nikaido beim dritten Springen der Vierschanzentournee die Nase vorn. Ausgerechnet der Japaner, der noch kein Weltcupspringen gewonnen hatte, beendete Prevc‘ Traum vom Kunststück, alle vier Springen zu gewinnen. Der Slowene wurde in Innsbruck Zweiter. Österreichs 19-jähriger Shootingstar Stephan Embacher landete vor 22.500 Fans auf dem dritten Rang.

Aus deutscher Sicht überzeugte mal wieder Felix Hoffmann. Der Thüringer landete auf einem starken fünften Platz und bleibt als Fünfter in der Tournee-Gesamtwertung weiter auf Kurs Podestplatz. „Der erste Sprung hatte noch ein paar Baustellen, der Zweite war besser, obwohl ich oben kurz am Balken hängen geblieben bin und in der Luft erleichtert war, dass die Bindung noch hält„, sagte Hoffmann.

0,5 Punkte fehlen Prevc

In den Kampf um den Sieg konnte Hoffmann nicht eingreifen. Dafür war sein Rückstand zur Halbzeit zu groß. Nikaido teilte sich die Pausenführung mit dem Österreicher Embacher. Nur 1,1 Punkte dahinter folgte mit Jan Hörl der nächste Österreicher. Domen Prevc fehlten auf Platz vier nur 2,5 Punkte zu den beiden Spitzenreitern. 

Ren Nikaido bejubelt seinen Sieg in Innsbruck

Im Finale musste Überflieger Prevc, der in der Qualifikation schmerzhafte Erfahrung mit dem Schicksalsberg gemacht hatte, vorlegen. Der Slowene, der die Vierschanzentournee mit großem Vorsprung anführt, ging voll auf Angriff und landete bei 128 Metern.

Hörl, Dritter nach dem ersten Durchgang, konnte nicht kontern und fiel nach 126 Metern zurück. Als Nikaido auf 128 Meter segelte, spuckte der Computer 276,5 Punkte – und damit 0,5 Punkte mehr als bei Prevc – aus. Der Slowene wurde am Ende Zweiter, knapp vor Embacher, der mit 127,5 Metern auf den dritten Platz zurückfiel.

Hoffmann stolpert und fliegt dann weit

Grund zum Jubeln hatte Felix Hoffmann, der in Innsbruck seine bestechende Form mit Sprüngen auf 126,5 und 130,5 Metern bestätigte und Fünfter wurde. Dabei sorgte der Thüringer Senkrechtstarter für einen Schreckmoment. Er blieb beim Abdrücken hängen und stolperte förmlich in die Anlaufspur. Trotzdem behielt Hoffmann die Nerven und segelte auf 130,5 Meter. Damit schob er sich vom sechsten auf den fünften Platz vor.

Felix Hoffmann lacht nach einem Schreckmoment im Zielraum.

Philipp Raimund beendete das Springen und ziemlich turbulente Tage als Zwölfter. Am Samstag war er im Auslauf in die Bande gekracht, am Sonntag blieb er im Aufzug stecken. All diese Nebengeräusche perlten am 25-Jährigen ab. Er zeigte zwei gute Versuche (126 m/125 m), aber keine Ausreißer nach oben und verpasste so ein weiteres Ergebnis in den besten Zehn.

Paschke wünscht sich Leichtigkeit

Eine Top-Ten-Platzierung ist für Pius Paschke aktuell in weiter Ferne, aber immerhin reichte es am Bergisel für das Finale. Der Kiefersfeldener musste nach 119,5 Metern allerdings zittern, weil er sein Duell gegen den Schweizer Gregor Deschwanden (120 m) knapp verlor. 0,6 Punkte schoben Deschwanden ins Finale und Paschke auf die Lucky-Loser-Liste. Der DSV-Routinier schaffte es über diesen „Umweg“ als 26. in den zweiten Durchgang, wo er mit 118 Metern nicht überzeugen konnte und am Ende auf Platz 28 landete. „Schade, meine Idee ist gut, es fehlt aber die Leichtigkeit, um diese umzusetzen„, so Paschke.

Pius Paschke fliegt weiter deutlich hinterher.

Geiger und Wellinger verpassen Finale

Kleine Brötchen backen gilt weiter für Karl Geiger (Oberstdorf) und Andreas Wellinger (Ruhpolding). Für die beiden DSV-Sorgenkinder war die überstandene Qualifikation schon ein Erfolg. Im Wettkampf reichte es dann nur für einen Sprung. Geiger (121 m) flog als Sechster der Lucky Loser haarscharf am Finale vorbei, war dennoch mit Platz 31 nicht unzufrieden und sprach genau wie Bundestrainer Stefan Horngacher von einem „kleinen Schritt in die richtige Richtung“.

Auch Wellinger (37.) schied nach dem ersten Durchgang aus. 120 Meter reichten nicht, um das Duell gegen Stefan Kraft (123,5 m) zu gewinnen. Die Weite hätte möglicherweise für einen Sprung ins Finale über die Lucky Loser gereicht, doch Wellinger erwischte beim Aufsprung eine Welle und rutschte weg. Die „beschissene Landung“ (O-Ton Wellinger) wirkte sich auf die Haltungsnoten aus – und sorgte schlussendlich für das Aus des Skisprung-Olympiasiegers.