Die Skispringerin Nika Prevc ist in Villach nicht zu schlagen. Sie übernimmt die Gesamtweltcupführung – aber auch Selina Freitag überzeugt.
Die deutschen Skispringerinnen haben sich ein kleines Geburtstagsgeschenk für ihren Bundestrainer Heinz Kuttin überlegt. Alle im Wettkampf angetretenen Springerinnen haben sich am Montag (05.01.2026) Weltcup-Punkte gesichert, lediglich Julina Kreibich war zuvor in der Quali gescheitert. Als Stärkste überzeugte in Villach einmal mehr Selina Freitag von der SG Nickelhütte Aue, die erneut aufs Podest sprang.
Freitag bleibt auch nach „Two Nights Tour“ weiter in Top-Form
Vier Tage nach ihrem zweiten Platz bei der „Two Nights Tour“ bleibt die Sächsin damit in Top-Form. „Allgemein hat sie ein besseres Gefühl“, beobachtet der ARD-Skisprung-Experte Sven Hannawald bei Freitag in dieser Saison. Im Finale sprang sie auf die gute Weite von 94 Metern, lediglich ein kleiner Wackler bei der Landung ärgerte Freitag. „Es läuft fast von alleine. Das ist dann ganz schön, weil ich es dann wirklich genießen kann“, sagte Freitag im Sportschau-Interview.
Gewonnen hat unweit der slowenischen Grenze die Slowenin Nika Prevc – dank zweier formidabler Sprünge. Vor der Österreicherin Lisa Eder, die im zweiten Durchgang gar 96,5 Meter weit flog – und Prevc damit noch angriff. Die Slowenin übernahm nach ihrem nächsten Weltcup-Erfolg auch wieder die Gesamtweltcup-Führung – von der Japanerin Nozomi Maruyama, die dieses Mal nur Achte wurde.
Bundestrainer Kuttin in der Heimat zum 55. Geburtstag beschenkt
Schon zur Halbzeit überzeugte Freitag als Vierte mit einem Sprung auf 91 Meter. Sie dürfte auch verschmerzt haben, dass ihr Coach ihr im ersten Durchgang etwas unglücklich den Anlauf verkürzt hatte. Bonuspunkte dafür gibt es erst ab 93 Metern.
Für den 55-jährigen Kuttin war Freitags Podest ein Geschenk in seiner Heimat, denn er wohnt in der Nähe der kleinen Weltcup-Schanze von Villach, hat selbst schon am dortigen österreichischen Sportstützpunkt gearbeitet und gehört auch dem SV Villach an. Am Abend dürfte er seinen Ehrentag daheim feiern.
Deutsche Skispringerinnen Reisch und Schmid in Top Ten
Neben Freitag sprangen auch die Allgäuerinnen Agnes Reisch und Katharina Schmid in die Top Ten. Reisch, die nach einem Sturz „Frieden schließen“ wollte mit der Schanze, war als Neunte erneut die zweitbeste Deutsche. An ihr kommt Schmid derzeit nur schwer vorbei, sie wurde einen Rang dahinter Zehnte. „Ich bin froh, wie der Wettkampf gelaufen ist“, sagte Reisch. „Ich habe mir hier die letzten Jahre immer meine Saison kaputt gemacht. Und das möchte man nicht vor seinen ersten Olympischen Spielen machen.“
Den guten Auftritt komplettierten Juliane Seyfarth als 25. mit einem ordentlichen zweiten Sprung auf 87 Meter und die Oberstdorferin Emely Torazza als 28. „Ich bin gerüstet für morgen“, sagte Seyfarth. Nun war Zeit zum Feiern mit der Podestspringerin Freitag und dem Geburtstagskind Kuttin.
