Sieg in Turin: VfL Wolfsburg steht im Champions-League-Viertelfinale

Frauenfußball

Stand: 20.02.2026 00:06 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfburg haben die Play-offs überstanden und sind ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Nach dem 2:2 im Hinspiel siegte die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch bei Juventus Turin mit 2:0 (1:0).

von Florian Neuhauss

Die „Wölfinnen“, die am Sonntag (16.20 Uhr) im Bundesliga-Topspiel bei Bayern München ranmüssen, gaben damit die richtige Antwort auf den Rückschlag gegen Essen. Und sie setzten zugleich ihre Erfolgsserie fort: Wann immer sich die Niedersächsinnen für die Champions-League-Gruppenphase qualifiziert hatten, erreichten sie auch mindestens das Viertelfinale. Dort wartet am 24. März (H) und 1. April (A) Frankreichs Rekordmeister OL Lyonnes.

Dafür, dass es diesmal mit der Runde der besten Acht klappte, zeichnete Vivien Endemann verantwortlich. Die 24-Jährige, die gerade wieder in die deutsche Nationalmannschaft berufen worden ist, ließ ihr Team bereits in der 18. Minute jubeln. Für die Entscheidung sorgte tief in der Nachspielzeit Cora Zicai. Das Fehlen von Alexandra Popp und Lena Lattwein (beide krank) fiel nach dem 2:2 im Hinspiel nicht weiter ins Gewicht.

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Endemann veredelt einen perfekten Konter

Die Partie hatte mit einem Schreckmoment für die „Wölfinnen“ begonnen. Beim Versuch, einen eigentlich ungefährlichen Schuss von Juves Kapitänin Barbara Bonansea, ließ Torhüterin Stina Johannes den Ball durch die Finger flutschen. Aber ihre Vorderleute konnten klären (2.). Ansonsten passierte im spärlich besetzten großen Turiner Stadion eine gute Viertelstunde lang nicht viel.

Aber die Gäste brauchten nur eine Chance, um in Führung zu gehen – per Konter. Ella Peddemors und Endemann trieben den Ball nach vorn. Peddemors schickte Svenja Huth, deren Pass perfekt in den Lauf von Endemann kam. Und die Linksaußen zeigte vor dem Tor keine Nerven – 1:0 (18.).

Wolfsburg lässt nicht viel zu

Ein weiterer Endemann-Schuss wurde im letzten Moment noch geblockt (23.). Danach meldete Juve sich aber auch mal wieder zu Wort. Erst klärte Janina Minge noch bei einer gefährlichen Hereingabe (25.). Sekunden später machte Johannes mit einer starken Parade im kurzen Eck gegen Cecilia Salvai ihren Fehler vom Beginn wett. Doch es war nicht mehr als ein Juve-Strohfeuer. Der VfL hatte den Gegner in der ersten Hälfte weitgehend im Griff.

Latte rettet für Wolfsburg, Beerensteyn vergibt

Der Erfolg stand allerdings auf tönernen Füßen. Wenn die Italienerinnen mal Tempo in ihr Spiel bekamen, tat sich Wolfsburg schwer. Knapp am Ausgleich vorbei schrammte der VfL nach einer knappen Stunde: Caitlin Dijkstra blockte in höchster Not einen Schuss, Ana Capeta scheiterte Sekunden später mit einem Fallrückzieher an der Latte (56.). Und bei einem Schuss von Amalie Vangsgaard hielt Johannes die Führung mit einer starken Parade fest (70.).

Doch auch die Wolfsburgerinnen konnten noch mal zulegen. Vor allem Lineth Beerensteyn sorgte für Entlastung. Nach einer schönen Drehung um ihre Gegenspielerin verfehlte sie den Ball noch knapp (60.). Mit einem wuchtigen Schuss aus vollem Lauf zwang die Niederländerin ihre Landfrau Danielle de Jong im Juve-Tor zu einer Flugeinlage (62.). Nach einem Freistoß hatte zudem Camilla Küver eine gute Kopfball-Chance (64.).

VfL-Frauen halten Juves Druck stand

Turin erhöhte in der Folge allerdings von Minute zu Minute den Druck. VfL-Coach Lerch versuchte durchaus, offensiv zu wechseln – und brachte einige frische Spielerinnen. Das änderte aber nichts daran, dass die Wolfsburgerinnen in der Schlussphase hinten eingeschnürt wurden und die Führung gehörig ins Wackeln geriet.

Die Verteidigung arbeitete mit den Beinen und in den Köpfen zu langsam. Joker Cristiana Girelli verfehlte das Tor denkbar knapp (78.). Einen Schuss von Paulina Krumbiegel wischte Johannes gerade noch über die Latte (87.).

Am Ende hielten die „Wölfinnen“ dem Druck aber stand. Zicai setzte schließlich mit einem Schuss unter die Latte Marke „Tor des Monats“ in der sechsten und letzten Minute der Nachspielzeit den Schlusspunkt und sorgte für einen glücklichen, aber hart erarbeiteten VfL-Sieg.

Wolfsburg-Trainer Stephan Lerch

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