Der FC Bayern zieht zum ersten Mal seit 2020 mal wieder ins Halbfinale des DFB-Pokals ein – weil RB Leipzig seine Chancen vergab und auch Pech mit dem Schiedsrichter hatte.
Beim letztlich aber nicht unverdienten 2:0 (0:0) für die Münchner, die zuletzt fünfmal in Serie nicht mal das Halbfinale dieses Wettbewerbs erreicht hatten, trafen einmal mehr Harry Kane (64.) und Luis Diaz (67.). Dieses Duo hatte schon am vergangenen Sonntag zusammen alle fünf Treffer beim 5:1 gegen Hoffenheim erzielt.
Bayern-Coach Kompany: „März wird ein interessanter Monat“
Leipzigs Linksverteidiger David Raum ärgerte sich anschließend im Sportschau-Interview: „Wenn du hier gewinnen willst, brauchst du auch Spielglück und richtige Entscheidungen vom Schiedsrichter – beides war leider nicht da. Es war trotzdem eine gute Leistung von uns, ich bin auch stolz auf meine Jungs. Aber am Ende stehen wir mit Nichts da.“
Bayern-Coach Vincent Kompany sagte der ARD: „Wir sind im Halbfinale, der März wird jetzt ein sehr interessanter Monat. Wir waren stabil heute. Und wenn man die Highlights dieser Partie sieht, dann sind da sehr viele Großchancen des FC Bayern dabei.“
Starker Start der Leipziger in München
Die Leipziger waren allerdings furios in die Partie gestartet, drängten die Bayern in deren Stadion zunächst komplett in die Defensive. Nach fünf Minuten schien sich der verdiente Lohn einzustellen.
Yan Diomande dribbelte sich auf engstem Raum filigran gegen drei Münchner durch, mit etwas Glück sprang die Kugel dann zu Christoph Baumgartner, der sich im Zweikampf mit Jonathan Tah durchsetzte und Manuel Neuer keine Chance ließ. Doch nach längerer VAR-Überprüfung fiel auf, dass Baumgartner minimal im Abseits gestanden hatte – der Treffer wurde aberkannt.
Erst in der zwölften Minute wurden auch die Bayern mal gefährlich. Kane setzte sich im Strafraum durch, scheiterte aber an Leipzigs Pokalkeeper Maarten Vandervoort. Von dessen Fuß prallte die Kugel gegen das Schienbein von Willi Orban und trudelte Richtung der eigenen Torlinie – ehe Castello Lukeba in höchster Not klären konnte.
Ole Werner kritisiert Siebert: „Einfach schlecht“
Nach einer Viertelstunde erhöhten die Bayern dann merklich den Druck, Leipzig bekam nur noch wenig Entlastung zustande. Diaz (18.) und noch einmal Kane (21.) vergaben aber jeweils aus kurzer Distanz gute Einschussmöglichkeiten.
Die Leipziger fanden erst nach einer knappen halben Stunde mal wieder Zugriff – und sofort wurde es gefährlich. Flügelstürmer Antonio Nusa drängte Richtung Bayern-Strafraum, wurde aber kurz vor oder sogar auf der Sechzehner-Linie eindeutig regelwidrig von Josip Stanisic zu Fall gebracht.
Schiedsrichter Daniel Siebert hätte die Wahl zwischen Freistoß und Elfmeter gehabt, dann wäre die Frage gewesen, ob der VAR den Beginn des Foulspiels minimal vor dem Strafraum oder das Zu-Fall-Bringen im Sechzehner zum Maßstab nimmt. Doch Siebert pfiff nicht mal das Foul, was RB-Coach Ole Werner an der Seitenlinie zum Kochen brachte – er sah Gelb.
Nach der Partie redete Werner dann Klartext: „Das Foul hat jeder im Stadion gesehen – außer vier Leute. Wobei der eine von den vieren, der neben mir stand, der hat es ganz genau gesehen. Wenn man dann die Funkverdindung und diese ganzen technischen Möglichkeiten nicht nutzt, dann braucht man den ganzen Zirkus auch nicht. Wohin der VAR letztlich die Linie gelegt hätte, ist dahingestellt, aber wenn ich das nicht mal als Foul sehe, dann ist das einfach nur schlecht, tut mir leid.“
Neuer und Vandervoort mit guten Reflexen
Bis zur Pause war die Partie dann wieder ausgeglichener, Leipzig befreite sich zunehmend aus der Umklammerung und setzte wieder eigene Nadelstiche. In der 37. Minute musste Neuer schon sehr gut reagieren, um einen Vollspannschuss von David Raum aus dem linken Winkel zu holen. Auf der anderen Seite testete Aleksandar Pavlovic in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ebenfalls den Keeper, Vandervoort lenkte den 20-Meter-Schuss aber noch um den Pfosten.
Auch im zweiten Durchgang ging es für beide Teams auf Augenhöhe weiter. Auf Leipziger Seite sorgte immer wieder Diomande für Gefahr, die Top-Chance zur Führung hatten aber die Bayern: Serge Gnabry scheiterte in der 58. Minute aus acht Metern am großartig reagierenden Vandervoort.
Kane mal wieder sicher vom Punkt
Nach einer guten Stunde wurde es dann hektisch. Für die Leipziger traf Mittelstürmer Romelu per Kopf aus kurzer Distanz die Latte – allerdings aus abseitsverdächtiger Position. Im direkten Gegenzug startete Josip Stanisic durch, Vandervoort rutschte beim Herauslaufen aus und holte den Kroaten von den Beinen – Kane verwandelte den Strafstoß sicher.
Drei Minuten später war die Partie dann entschieden. Zunächst vergab Michael Olise noch eine gute Möglichkeit, dann schickte der Franzose aber Diaz steil, der Orban locker abschüttelte und Vandervoort keine Chance ließ.
Leipzig ließ sich anschließend zwar nicht hängen, es war aber deutlich zu sehen, dass der Glaube an die eigene Chance nicht mehr wirklich vorhanden war. Das Halbfinale wird nun am 22. Februar ausgelost – neben den Bayern sind noch Bayer Leverkusen, der SC Freiburg und der VfB Stuttgart im Rennen.

