Sicherheit bei den Winterspielen: Mehr als 6.000 Einsatzkräfte sollen die Olympiastätten sichern

Italien setzt während der Olympischen Winterspiele in
Mailand und Cortina
mehr als 6.000 Sicherheitskräfte ein. Die Sicherheit an allen olympischen Orten zu gewähren, wird allerdings dadurch erschwert, dass die Wettbewerbe nicht nur in Mailand und Cortina stattfinden, sondern in mehreren Wintersportorten in ganz Norditalien. Die erste große Bewährungsprobe für das Sicherheitskonzept steht am Freitagabend bei der Eröffnungsfeier bevor, deren Hauptteil im San-Siro-Stadion in Mailand stattfindet.

Vor der Eröffnung am Freitagabend gab es zuletzt Aufsehen, weil offenbar zum Schutz von US-Offiziellen auch Angehörige der umstrittenen US-Einwanderungspolizei ICE nach Italien kommen sollten. ICE steht seit Längerem für ihr brutales Vorgehen gegenüber Migranten in der Kritik, zuletzt vor allem wegen der Tötung zweier Menschen in Minneapolis. Die Regierung in Rom hatte jedoch mehrfach klargestellt, dass ausschließlich italienische Kräfte zum Einsatz kommen. 

Die ICE‑Beamten sollen laut Italiens Innenminister Matteo Piantedosi „ausschließlich innerhalb ihrer diplomatischen Vertretungen“ tätig sein und keine operativen Aufgaben auf italienischem Staatsgebiet übernehmen. Sie sind also nur im US-Konsulat in Mailand angesiedelt. Piantedosi hatte den Einsatz mit dem US‑Botschafter Tilman J. Fertitta besprochen.  

In Mailand waren zuletzt auch Demonstranten mit Plakaten wie „No Ice in Milano“ auf die Straße gegangen. Neben den Demonstrationen äußerte auch der Bürgermeister Giuseppe Sala Kritik: „Als Bürgermeister von Mailand und als Italiener möchte ich auf keinen Fall, dass diese private Polizeitruppe nach Mailand kommt. Es handelt sich um eine Polizei, die völlig illegal agiert und tötet.“

Zuletzt Auseinandersetzungen bei Demonstrationen

In der nahegelegenen Großstadt Turin kam es zudem am vergangenen Wochenende zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Schätzungsweise 15.000 Menschen nahmen an einer Kundgebung teil, die sich gegen die Räumung eines Kulturzentrums kurz vor Weihnachten richtete, wie der Deutschlandfunk berichtet. Als aus der Menge Steine und Brandsätze auf die Polizei geworfen wurden, setzten die Ordnungskräfte Tränengas und Wasserwerfer ein. Bei den Ausschreitungen wurden mehr als 100 Menschen verletzt. Für den kommenden Samstag ist auch in Mailand eine Demonstration angekündigt.

Sicherheitspanne im olympischen Dorf

Medienberichten zufolge soll es zuletzt außerdem im olympischen Athletendorf zu einer Sicherheitspanne gekommen sein. Trotz umfangreicher Kontrollen wurden in mehreren Zimmern die Sanitäranlagen von Unbekannten mutwillig beschädigt, berichtet die Zeitung Corriere della Sera unter Berufung auf die Polizei. Eigentlich ist der Zugang zu dem neu gebauten Dorf nur mit einem speziellen Ausweis und QR-Code möglich.

Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar in drei verschiedenen Gebäuden insgesamt 70 Duschen beschädigt. Dabei sollen vermutlich Fräsen zum Einsatz gekommen sein. Entdeckt wurde das erst durch einen Wasserschaden. Die Behörden vermuten Vandalismus oder Sabotage. Mittlerweile wurde auch eine Antiterroreinheit der Staatsanwaltschaft Mailand in die Ermittlungen eingeschaltet.