Sensation perfekt! Bodö/Glimt kegelt Inter aus der Champions League

FK Bodö/Glimt bejubelt den Sieg gegen Inter Mailand

Stand: 25.02.2026 • 11:07 Uhr

Die Überraschungsmannschaft aus Norwegen bejubelt den nächsten Coup: Der FK Bodö/Glimt hat Serie-A-Spitzenreiter Inter Mailand auch im Rückspiel der Champions-League-Playoffs geschlagen. Der krasse Außenseiter gewann im San Siro mit 2:1 (0:0) und zog sensationell ins Achtelfinale der Königsklasse ein.

Jens Petter Hauge (58. Spielminute) traf nach einem krassen Blackout des Ex-Dortmunders Manuel Akanji zur Gäste-Führung, Hakon Evjen erhöhte gar noch auf 2:0 für die Norweger (72.). Inter kam durch Alessandro Bastoni zwar noch zum Anschlusstor (76.), konnte die Hypothek aus Hinspiel (1:3) und Rückstand aber nicht mehr wettmachen.

Die Sensation war perfekt: Der Fußballzwerg aus Norwegen setzte sich gegen den dreimaligen Champions-League-Sieger und Vorjahresfinalisten aus Mailand durch.

Inter-Kapitän Barella: „Glückwunsch an Bodö/Glimt“

Glückwunsch an Bodö/Glimt, sie haben zweimal gewonnen„, erklärte Inters Kapitän Nico Barella bei Amazon Prime knapp. „Die große Schwierigkeit war heute, das Spiel zu öffnen, das ist uns nicht gelungen. Das erste Gegentor ist ein individueller Fehler, sowas passiert im Fußball.“

Am Freitag (27.02.2026, 12 Uhr) entscheidet sich bei der Auslosung in Nyon, gegen wen die Norweger ihre märchenhafte Königsklassen-Saison fortsetzen dürfen. Sporting Lissabon oder Manchester City sind die möglichen Gegner.

Der Turnierbaum der Champions League 2025/26

Inter kontrolliert das Spiel, ohne gefährlich zu werden

Inter-Trainer Cristian Chivu hatte vor dem Spiel von seiner Mannschaft Geduld gefordert, eine kontrollierte Offensive als Marschroute ausgegeben. Genau das zeigte seine Mannschaft von Beginn an: Inter war spielbestimmend und spielte sich Chancen heraus. Pio Esposito, der erneut den an der Wade verletzten Kapitän Lautaro Martinez im Sturm vertrat, gab schon in der dritten Minute den ersten vielversprechenden Abschluss ab, sein Kopfball flog aber über das Tor.

Bodö/Glimt hingegen tat sich im Spiel nach vorne schwer. Anders als im Hinspiel gelang es den Norwegern nur selten, zielgerichtet nach vorne zu spielen. Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken war das aber auch nicht zwingend vonnöten. Die Elf von Trainer Kjetil Knutsen verteidigte diszipliniert und hellwach, konnte zwar nicht jeden guten Inter-Angriff unterbinden, ließ aber eben auch keine absolute Großchance zu.

Unauffällig: Der Ex-Gladbacher Marcus Thuram im Inter-Sturm

So sprach das Verhältnis der Abschlüsse zwar zur Pause ganz klar für Mailand (14:1), die meisten davon waren allerdings ungefährlich. Die Gäste hatten ihre erste und einzige Gelegenheit der ersten Halbzeit in der 37. Minute, als Haakon Evjen aus dem Mittelfeld aufrückte und per Kopf Inter-Keeper Yann Sommer zu einer Flugparade zwang.

Ex-Dortmunder Akanji patzt folgenschwer

Das mit der Geduld hatte sich mit Beginn des zweiten Abschnitts erledigt – Inter musste jetzt wirklich dringend Tore erzielen. Bevor die Italiener aber dazu kamen, sich offensiv in Szene zu setzen, sorgte Akanji mit seinem Blackout für die Gäste-Führung und erhöhte Inters Hypothek sogar noch.

Im Spielaufbau suchte der Innenverteidiger vergeblich nach einer Anspielstation und schob die Kugel dann viel zu sachte in Richtung eigener Torwart. Ole Didrik Blomberg erlief den Ball und zog ab, den ersten Versuch parierte Sommer noch stark. Der ehemalige Frankfurter Hauge aber hatte keine Probleme, den abprallenden Ball im Tor unterzubringen.

Inter völlig von der Rolle gegen Bodö/Glimt

Der Schock über das erneute Gegentor gegen den krassen Außenseiter war Inter anzumerken: In den Folgeminuten ging beim italienischen Meister von 2023/24 gar nichts. Es reihte sich Fehler an Fehler, was Bodö/Glimt ermöglichte, sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Erst als Akanji in Folge eines Standards den Pfosten traf (72.), schien Inter die Schlussoffensive einzuleiten. Doch Evjens sehenswertes Tor zum 2:0 nach Konter inklusive Hauge-Hereingabe nahm den Gastgebern sämtlichen Wind aus den Segeln.

Haakon Evjen jubelt nach seinem schönen Tor zum 2:0

Daran änderte auch Inters Anschlusstreffer nach Eckstoß nichts: Der eingewechselte Ange-Yoan Bonny bugsierte den Ball unfreiweillig quer durch den Fünfmeterraum zu Bastoni, dessen Abschluss zwar von Bodös Torwart Nikita Haikin noch gehalten wurde, der Ball hatte allerdings die Torlinie schon überquert.

Inter-Niederlage nicht nur auf Kunstrasen

Bastonis Tor war aber zu wenig, um Inter wirklich nochmal an das Wunder-Comeback glauben zu lassen. Bodö/Glimt verteidigte weiterhin leidenschaftlich, immer mehr beflügelt von dem bevorstehenden Triumph. Bezeichnend war am Ende eine Statistik: Zwar verbuchte Inter mit 32:7 weit mehr Abschlüsse als die Gäste, nach Abschlüssen aufs Tor stand es aber 5:5. Es war bei weitem nicht nur Spielglück, das den Norwegern zum Sieg verhalf.

Die Italiener kassierten nach der Hinspiel-Niederlage auf dem ungewohnten Kunstrasen in Nord-Norwegen also auch im Rückspiel eine nicht völlig unverdiente Pleite – und das im ehrwürdigen San Siro.

Ausgelassener Jubel bei den Spielern von Bodö/Glimt