Schweiz: Behörden halten Kerzen oder Pyrotechnik als Brandursache für wahrscheinlich – Panorama

Die Schweizer Behörden gehen von Pyrotechnik als Ursache für den Brand in einer Bar im Skiort Crans-Montana aus. „Alles deutet darauf hin, dass das Feuer von glühenden Kerzen oder bengalischen Feuern ausging, die auf Champagnerflaschen gestellt wurden“, sagte die Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud bei einer Pressekonferenz. Diese seien dann vermutlich zu nah an die Decke geführt worden. Pilloud nutzte bei der Pressekonferenz verschiedene Ausdrücke zur Beschreibung der verwendeten Pyrotechnik. Sie sprach später auch von Wunderkerzen, ein Schweizer Experte von „Partyfontänen“.

Diese Hypothese sei wahrscheinlich, aber noch nicht bestätigt. Zur raschen Ausbreitung des Feuers könnte Akustikschaumstoff an der Decke beigetragen ⁠haben. Man untersuche dessen Verwendung, es gebe aber noch keine Gewissheit, fügte ‌Pilloud hinzu. Zu dem Ergebnis seien die Ermittler nach der Auswertung von Videos, der Vernehmung mehrerer Zeuge sowie der Sicherung erster Spuren gekommen. Bei den Zeugenaussagen handele es sich um die französischen Betreiber und Gäste der Bar, die entkommen konnten. „Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird“, sagte die Generalstaatsanwältin. Das wäre der Fall, wenn es eine Verantwortung noch lebender Personen gebe.

Am Freitag kursieren Videos und Fotos, die aus der Bar stammen und den Ausbruch des Brandes zeigen sollen. Darauf sind tatsächlich Menschen zu sehen, die Champagnerflaschen mit Wunderkerzen in die Luft strecken. Darüber scheint die Decke zu brennen. Die Aufnahmen in sozialen Medien stimmen nach Angaben von Faktencheckern der BBC mit früheren Bildern aus der Bar überein. So seien etwa die dieselbe Theke und dieselben Rohre an der Decke zu sehen. Auch laufe auf verschiedenen Videos, die den Brandausbruch zeigen sollen, im Hintergrund dieselbe Musik. Die Polizei möchte sich zu den Videos nicht konkret äußern.

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In der Silvesternacht waren bei der Brandkatastrophe mit Hunderten zumeist jungen Feierenden 40 Menschen ums Leben gekommen, 119 weitere wurden verletzt. Etwa 80 von ihnen sollen sich Berichten zufolge im kritischen Zustand befinden. Die meisten Schwerverletzten sind zwischen 16 und 26 Jahre alt. Von ⁠den Verletzten seien 50 in auf Verbrennungen spezialisierte Kliniken im Ausland verlegt worden, sagte der Walliser Staatsratspräsident ‍Mathias Reynard, darunter auch Krankenhäuser in Stuttgart und Ludwigshafen.

Von den 119 Verletzten befinden sich viele in kritischem Zustand. Es gebe eine große Anzahl von Patienten, die intubiert und in ein künstliches Koma versetzt werden mussten, sagte Fredy-Michel Roten, Direktor der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO).

Mittlerweile seien 113 Verletzte identifiziert, sagt Frédéric Gisler, Kommandant der Kantonspolizei Wallis. Der Großteil der Opfer komme aus der Schweiz, etwa ein Dutzend jeweils aus den Nachbarländern Frankreich und Italien. Oberste Priorität habe für die Polizei die Identifikation der 40 Verstorbenen.

Die Bar „Le Constellation“ war nach Angaben von Anwohnern von Crans-Montana besonders bei Teenagern beliebt. Die meisten Opfer dürften deshalb Minderjährige und junge Erwachsene gewesen sein. Frankreich und Italien haben Opfer bestätigt. Ob Deutsche betroffen sind, ist noch offen. Das Auswärtige Amt steht in Kontakt mit den Schweizer Behörden.