Schritt nach Europa: Gummersbach gewinnt dramatisches NRW-Duell gegen Lemgo Lippe

Miro Schluroff (M.) vom VfL Gummersbach im Spiel gegen den TBV Lemgo Lippe.

Stand: 05.03.2026 • 22:07 Uhr

Der VfL Gummersbach hat durch einem knappen Sieg gegen den TBV Lemgo Lippe einen weiteren Schritt Richtung European League gemacht.

Der VfL gewann das NRW-Duell des 24. Spieltags am Donnerstagabend auf dramatische Art und Weise mit 28:27 (15:14). Erst die Videobeweis entschied nach Schluss-Sirene über Sieg oder Unentschieden.

Kay Smits war mit acht Treffern bester Werfer der Hausherren, Miro Schluroff glänzte mit fünf Treffern und sechs Assists. Mann des Spiels aus Gummersbacher Sicht war aber Torhüter Dominik Kuzmanovic mit starken 13 Paraden. Für Lemgo Lippe trafen Samuel Zehner und Niels Versteijnen mit jeweils sechs Treffern am besten. Torhüter Constantin Möstl wehrte neun Bälle ab.

Durch den sechsten Sieg in Serie festigte der VfL den sechsten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der European League im kommenden Jahr berechtigt. Auch der TBV Lemgo Lippe hat als Vierter beste Chancen auf das internationale Geschäft, kassierte nun aber die dritte Pleite im fünften Spiel. Gummersbach und Lemgo trennt in der Tabelle nur noch ein Punkt.

Ausgeglichene erste Halbzeit

Im Duell der beiden NRW-Clubs erwischten die Oberbergischen den besseren Start. Ellidi Vidarsson brachte den VfL direkt mit 2:0 in Front und legte dann auch noch das 3:1 nach. Der TBV nutzte dann aber gleich zwei Gummersbacher Fehler und kam durch Tim Suton zum schnellen 4:4-Ausgleich.

Von da an war es ein ausgeglichenes Spiel. In der Verteidigung konnten sich die Gummersbacher immer wieder auf Torhüter Kuzmanovic verlassen, leisteten sich in der Offensive aber zu viele Fehler und verursachte zu viele Siebenmeter, die Lemgo Lippes Samuel Zehnder allesamt sicher verwandelte. Miro Schluroff warf den VfL fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit zwar mit drei Toren in Führung (14:11), bis zur Halbzeit kämpfte sich der TBV aber wieder auf 14:15 heran.

Gummersbach kann sich nur kurz absetzen

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nichts. Gummersbach leistete sich weiter zu viele technische Fehler, auf der anderen Seite sorgte Kuzmanovic dafür, dass der TBV nicht in Führung ging. Nach 38 Minuten traf Kay Smits zum 20:18 und sorgte somit mal wieder für eine Zwei-Tore-Führung für Gummersbach. Kurz danach hatte der VfL sogar die Chance, in Überzahl davonzuziehen, nachdem Lemgos Frederik Simak für zwei Minuten vom Feld musste. Kurioserweise kam aber der TBV in Unterzahl zurück und glich durch Hendrik Wagner zum 20:20 aus (40.).

Der TBV spielte seine Angriffe im Gegensatz zum VfL ruhig aus, geriet nach 44 Minuten aufgrund einer Zeitstrafe gegen Lukas Hutecek aber erneut in Unterzahl. Das nutzte der VfL dieses Mal, um sich wieder mit zwei Toren abzusetzen (25:23). TBV-Trainer Florian Kehrmann reagierte und nahm die Auszeit.

Vier Minuten kein Tor

Danach passierte jedoch erst einmal wenig. Es dauerte rund vier Minuten, eher überhaupt wieder ein Team traf. Und das war der TBV, der zu diesem Zeitpunkt selbst in Überzahl agierte. Hutecek stellte auf 25:24. Sieben Minuten vor dem Ende stellte Hendrik Wagner wieder auf Gleichstand (25:25). Zu diesem Zeitpunkt hatte der VfL Gummersbach seit sechs Minuten kein Tor mehr erzielt. Das nutzte der TBV, um in der 55. Minute durch Niels Versteijnen zum ersten Mal in Führung zu gehen (26:25).

Die Antwort kam jedoch prompt und Tilen Kodrin beendete die Gummersbacher Durststrecke nach mehr als sieben Minuten. So ging es ausgeglichen in die letzten zwei Spielminuten. Es war dann Nationalspieler Julian Köster, der den VfL mit seinem 500. Bundesliga-Tor wieder in Führung brachte.

Versteijnen trifft, aber zu spät

Den letzten Angriff hatte aber der TBV – und der wurde dramatisch. Die Gummersbacher Abwehr wehrte zunächst alle Angriffe ab, sodass Versteijnen in den letzten Sekunden einen schwierigen Wurf nehmen musste. Kecmanovic parierte, der Ball rollte jedoch zurück zu Versteijnen, der ins Tor traf. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis und entschieden, dass Versteijens Wurf erst nach der Schlusssirene die Torlinie überquert hatte. So jubelte Gummersbach über einen knappen Heimsieg.

Der VfL Gummersbach ist nun am kommenden Freitag (20 Uhr) bei der MT Melsungen zu Gast. Der TBV Lemgo Lippe empfängt am Sonntag darauf (15 Uhr) Frisch Auf Göppingen.

Unsere Quellen:

  • Spiel VfL Gummersbach gegen TBV Lemgo Lippe vom 05.03.2026

Sendung: „Gummersbach setzt Siegesserie gegen Lemgo Lippe fort“, WDR.de, 05.03.2026, 21:16 Uhr