Die Krankenhausreform sieht vor, die bislang eigenständige Schmerztherapie auf andere Bereiche umzulegen. Patientenschützer warnen, dies werde die Versorgung erschweren.
© Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat davor gewarnt, dass sich die Behandlung chronischer Schmerzen in Kliniken durch die Krankenhausreform verschlechtert. „Schmerzmedizin war bisher ein eigenständiger Bestandteil des Gesamtbudgets eines Klinikums“, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch. Mit den künftig vorgesehenen „Leistungsgruppen“ in den Krankenhäusern werde sie aber ein Anhängsel anderer Fachbereiche. „Schmerzpatienten werden so Bittsteller etwa der Inneren Medizin, der Chirurgie oder der Neurologie“, sagte Brysch. Nach Einschätzung des Patientenschützers bedroht dies die Versorgung von 23 Millionen Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden.
Brysch forderte von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), eine finanziell auskömmliche Versorgung sicherzustellen – über Sonderzuschläge oder eine eigenständige Leistungsgruppe für Schmerztherapien. Wichtig sei, dass Qualität und Standards einheitlich seien.
Die Krankenhausreform war als das wichtigste Vorhaben des ehemaligen Gesundheitsministers Karl Lauterbach von der Ampelkoalition durchgesetzt worden. Künftig sollen Krankenhäuser mit den Krankenkassen anhand von neuen Leistungsgruppen abrechnen. Diese sollen die Behandlung genauer beschreiben und sicherstellen, dass die Qualitätsvorgaben für das Personal und dessen Behandlungserfahrung einheitlich sind. Warken bereitet Nachsteuerungen für die 2025 in Kraft getretene Reform vor. Sie soll schrittweise bis 2029 umgesetzt werden. Das Netz der bundesweit 1.700 Kliniken dürfte damit kleiner werden.
