Schloss Schwerin: Landtag, Museum und Welterbe

Video:
Musikalische Schlossführung in Schwerin (4 Min)

Stand: 02.02.2026 15:07 Uhr

Das märchenhaft anmutende Schweriner Schloss zählt mit Teilen der historischen Innenstadt seit 2024 zum UNESCO-Welterbe. Der im See gelegene Prachtbau ist heute Sitz des Landtags und ein Museum.

Das malerisch auf einer Insel im See gelegene Schloss ist Wahrzeichen Schwerins und eines der bekanntesten Bauten Mecklenburg-Vorpommerns. 1990 zog das Landesparlament in einen Teil des Gebäudes ein, ein weiterer Teil ist heute ein Museum. Zu der Anlage gehören außerdem ein Burggarten mit Orangerie sowie ein weitläufiger Schlossgarten. Am 27. Juli 2024 erhielt das Schweriner Schloss als Teil des Residenzensembles, zu dem fast 40 weitere historische Gebäude in der Innenstadt zählen, den begehrten Status des UNESCO-Welterbes.

Schlösser an der Loire dienten als Vorbild

Das Schweriner Schloss spiegelt sich im See.

Romantik pur: Im Abendlicht wirkt das Schloss mit seinen vielen Türmchen und Kuppeln wie verzaubert.

Der Standort des Schlosses ist eng mit der Geschichte der Stadt Schwerin verbunden. Seit der Zeit der Slawen vor mehr als 1.000 Jahren standen dort, am Südwestufer des Schweriner Sees, verschiedene Festungen, Burgen und Schlösser. Sein heutiges Aussehen verdankt das Schweriner Schloss in erster Linie Umbauten im 19. Jahrhundert. Damals ließ Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin bedeutende Baumeister seiner Zeit versammeln, um eine neue Residenz zu errichten. Unter der Leitung von Hofbaurat Georg Adolph Demmler schufen sie ein Bauwerk im Stil der Neorenaissance und orientierten sich dabei unter anderem an französischen Schlössern an der Loire.

Schlosskirche aus dem 16. Jahrhundert

Teile des Schlosses sind aber deutlich älter, darunter die Schlosskirche. Sie entstand bereits um 1563 als erster protestantischer Kirchenbau in Mecklenburg. Beim Umbau des Schlosses im 19. Jahrhundert wurde sie um einen Choranbau mit mehrfarbigen Glasfenstern erweitert und in das Schloss integriert. Von außen erkennen Besucher das Gotteshaus an der Nordseite des Gebäudes an dem Glockenturm und dem Choranbau.

Schloss Schwerin besichtigen

Wer das Schloss besichtigt, bekommt im Schlossmuseum einen Eindruck von der einstigen Pracht des Fürstensitzes. Es zeigt auf drei Etagen die fürstlichen Wohnräume und Festsäle wie den Thronsaal oder die Ahnengalerie. An den Wänden hängen kostbare Gemälde, auf den edlen Fußböden stehen Skulpturen, die überwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammen. In den prunkvollen Räumen dominieren Holztöne, Dunkelrot und Gold. Eine eigene kunsthandwerkliche Sammlung zeigt rund 380 Werkstücke aus Porzellan.

Besucher können sich einer der zahlreichen Führungen in Schlossmuseum und Schlosskirche oder durch die Gärten anschließen. Einmal im Monat lädt die „Musikalische Schlossführung“ zu einem zweistündigen Rundgang mit Musikern, Opernsängern und Tour-Guide – mit Live-Konzerten an bekannten und teils nicht öffentlich zugänglichen Orten.

Schweriner Burggarten mit Orangerie

Blick in den Burggarten des Schweriner Schlosses mit Springbrunnen.

Der Burggarten mit der Orangerie ist eine architektonische Besonderheit des Schweriner Schlosses.

Natürlich darf bei einem so repräsentativen Schloss ein entsprechender Garten nicht fehlen. Da auf der Schlossinsel nur wenig Platz war, beschränkten sich die Bauherren auf einen kleinen, aber vielfältigen Garten. Mittelpunkt des Burggartens ist die Orangerie, die sich an die Rückseite des Schlosses anschließt. Ihre Fassade mit einer Kombination aus Glas und Eisenguss gilt europaweit als einzigartig. Vom etwas erhöht stehenden Schloss führen Wege über mehrere Treppen hinab an das Seeufer.

Der Schlossgarten: Landschaftspark und Barockgarten

Der barocke Garten des Schweriner Schlosses, im Hintergrund das Schloss.

Typisch für barocke Gartenanlagen sind die Symmetrieachsen, in deren Mittelpunkt das Schloss steht.

Der größere und deutlich ältere Schlossgarten liegt auf dem Festland. Mit dem Schloss verbindet ihn eine gusseiserne Drehbrücke. Eine symmetrische barocke Grundform prägt den Garten: Eine Teichanlage in der Form eines Doppelkreuzes bildet die Achse und hält den Blick auf das Schloss frei. Der Schlossgarten wurde bereits 1633 erstmals erwähnt, um 1750 entstand der Kreuzkanal. Im Park sind mehrere Skulpturen des sächsischen Hofbildhauers Balthasar Permoser zu sehen.

Weitere gut 100 Jahre später legte Hofgärtner Theodor Klett, der auch den Burggarten stark beeinflusste, große Rasenflächen und Laubengänge an. Heute ist der Schlossgarten mit umliegenden Grünflächen zu einem Stadtpark verschmolzen – als Kombination aus Landschaftspark mit englischen Einflüssen und Barockgarten.

Das Schloss im 20. Jahrhundert

Ein Fürstensitz ist das Schweriner Schloss seit 1918 nicht mehr. Damals musste der letzte Großherzog Friedrich Franz IV. im Zuge der Novemberrevolution abdanken. Danach beherbergte das Schloss zunächst Ausstellungen des Landesmuseums, nach dem Zweiten Weltkrieg auch eine Ausbildungsstätte für Erzieherinnen. Nach der Wende bestimmte der demokratisch gewählte Landtag von Mecklenburg-Vorpommern das Schloss 1990 zu seinem Sitz.

Schloss Schwerin

Lennéstraße 1, 19053 Schwerin
Tel. (0385) 588 41 572

Schlossmuseum: Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website der Touristinformation Schwerin
Burggarten und Schlossgarten sind jederzeit kostenlos zu besuchen.
Der Landtag bietet Führungen durch das Schloss an. Kontakt: Tel. (0385) 52 52 163

Das Schweriner Schloss bei Sonnenaufgang.

Dazu gehören das Schweriner Schloss und fast 40 historische Gebäude in der Schweriner Innenstadt, in denen bis heute gelebt und gearbeitet wird.

Das Schweriner Schloss spiegelt sich im See.

Ein prächtiges Schloss, eine quirlige Altstadt und mehrere Seen: Schwerin lockt mit schönen Bauten, Wasser und viel Grün.

Außenansicht von Schloss Wiligrad

Nahe des Schweriner Schlosses steht Schloss Wiligrad. In der DDR verheimlicht, ist es heute Treffpunkt für Kunstfreunde.