Die Überraschung der „Werkself“ ist ausgeblieben: Nach zwei tollen Treffern von Eberechi Eze und Declan Rice ist Bayer Leverkusen beim 0:2 (0:1) beim FC Arsenal im Achtelfinale der Champions League ausgeschieden.
Nach dem 1:1 im Hinspiel war Leverkusen mit großen Hoffnungen nach London gereist, obwohl der späte Ausgleichstreffer vom Bayer-Eigengewächs Kai Havertz eine noch bessere Ausgangsposition verhindert hatte. Die „Werkself“ hatte sich mit diesem enorm starken Auftritt Mut gemacht und Arsenal verbreitet trotz der Erfolge wegen seiner Spielweise nicht gerade Angst und Schrecken – doch an diesem Abend zeigte das Team von Trainer Mikel Arteta ein dominantes Gesicht.
Arsenal macht Druck, Blaswich stark
Leverkusen startete schwungvoll, doch schon nach kurzer Zeit übernahmen die „Gunners“ das Kommando und setzten das Bayer-Tor unter Dauerbeschuss. Gabriel Magalhaes fehlten nach einem Eckball nur wenige Zentimeter zur Führung, nachdem Janis Blaswich zu spät aus seinem Tor herausgekommen war (21.). In dieser Szene sah der Leverkusener Torhüter noch unglücklich aus, danach bewahrte er sein Team vor einer frühen Entscheidung in der Achtelfinal-Serie.
Nach einem der vielen Fehler vor seinem Strafraum parierte Blaswich den Schuss von Bukayo Saka (27.), noch viel besser war aber seine Fußabwehr gegen Leandro Trossard (29.). Kurz danach tauchte der 34-Jährige auch nach dem Fernschuss von Eberechi Eze ganz stark ab (32.).
Eze mit traumhafter Champions-League-Premiere
Doch beim zweiten Auftritt des Engländers war er vollkommen chancenlos. Arsenal eroberte den Ball wieder hoch, Eze nahm ein Zuspiel in der Drehung an und schoss sofort volley aus 20 Metern im höchsten Tempo ins Tor – ein traumhafter Treffer mitten ins Leverkusener Herz. Eze hatte sich den perfekten Augenblick für sein erstes persönliches Erfolgserlebnis in der Champions League ausgesucht und machte daraus ein echtes Kunststück.
Nach der Pause begann Arsenal wieder mit einer guten Gelegenheit, Trossard schoss aus 20 Metern knapp am Winkel vorbei (49.). Ansonsten zog sich der Tabellenführer der Premier League ein wenig zurück und überließ Leverkusen mehr den Ball. Die größten Chancen hatten aber weiter die „Gunners“, erst rettete Jarell Quansah gerade so vor Piero Hincapie (61.), dann blockte Robert Andrich den Schuss von Viktor Gyökeres (62.).
Rice trifft kurz vorm Havertz-Jubiläum
Die Achillesferse blieben die eigenen Ballverluste und so ermöglichte Leverkusen den Gastgebern auch das zweite Tor. Zum wiederholten Male leistete sich Aleix Garcia einen überheblichen Fehler und brachte seine Kollegen in Not, schließlich klärte Alejandro Grimaldo zu kurz und Declan Rice schnappte sich den Ball, zirkelte ihn flach aus 17 Metern überlegt direkt neben den Pfosten – 2:0 (63.).
Es war die Vorentscheidung, zumal Arsenals Defensive auch einfach zu stabil wirkte. Das Ergebnis mit absichern sollte Kai Havertz, der in der 69. Minute für den angeschlagenen Traumtorschützen Eze eingewechselt wurde und zu seinem 100. Einsatz für die „Gunners“ kam. Kurz danach erzielte der Ex-Leverkusener auch das vermeintliche 3:0 – allerdings mit der Hand, weshalb der Treffer nicht zählte (71.).
In der Schlussphase plätscherte die Partie vor sich hin, weil es Leverkusen nicht gelang, Arsenal vor große Probleme zu stellen, David Raya musste nur einmal gegen Christian Kofane seine Klasse auf der Linie zeigen (87.). Das englische Topteam zeigte dem Sechsten der Bundesliga die Grenzen auf, verpasste es bei einigen schwach ausgespielten Kontern sogar, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. Für den souveränen Einzug ins Viertelfinale reichte es dennoch, dort wird Sporting Lissabon der Gegner sein.

