Der FC Schalke 04 sah gegen Hannover 96 in der 2. Fußball-Bundesliga wie der sichere Sieger aus. Nach einer Roten Karte gegen Top-Stürmer Edin Dzeko verspielten die Schalker aber noch den Sieg. Ein Kopfball-Tor von Benedikt Pichler mit der letzten Aktion des Spiels bescherte den Niedersachsen das 2:2 (0:2)-Unentschieden.
Zuvor hatten Dzeko (29. Minute) und Kenan Karaman (38.) die „Königsblauen“ mit 2:0 in Führung gebracht. Knackpunkt des Spiels war die Rote Karte gegen Dzeko, der seinen Gegenspieler Husseyn Charkroun übersah (52.). Für den Anschlusstreffer zum 1:2 hatte Maik Nawrocki (81.) gesorgt.
Schalke bleibt trotz des verpassten Siegs Tabellenführer – statt fünf Punkten Vorsprung auf Elversberg auf Rang drei sind es durch das späte Gegentor nur drei.
Schalkes Miron Muslic: „Das war kein Rot“
Schalkes Trainer Miron Muslic war nach dem Abpfiff bedient. „Wir haben Hannover klar beherrscht, dann hat der Schiedsrichter zu viel Einfluss genommen, das war nicht gut für das Spiel“, sagte Muslic der Sportschau und kritisierte den Platzverweis für Edin Dzeko. „Das war absolut nicht Rot.“
Sein Gegenüber Christian Titz freute sich natürlich über den Punktgewinn. „Mit dem Platzverweis wird es ein anderes Spiel. Wir haben uns danach erst schwergetan. Aber was gut war: Wir haben uns nicht aufgegeben“, sagte Titz am Sportschau-Mikrophon.
Schalke gegen Hannover wieder mit Karius im Tor
Aufseiten der Schalker kehrte Torwart Loris Karius nach vier Spielen und überstandener Rückenverletzung wieder ins Tor zurück. Anfangs hatte er wenig zu tun. Seine Schalker waren die gierigere Mannschaft und drückten auf das 96-Tor.
Zwangsläufig ging der Spitzenreiter vor ausverkaufter Arena in Führung: Kapitän Kenan Karaman, früher im Trikot von Hannover 96, brachte einen Ball zielgenauf auf Dzeko, der eiskalt verwandelte. Es war sein sechstes Saisontor.
Dzeko bei Schalke voll im Blickpunkt
Die Führung der Schalker war zu diesem Zeitpunkt verdient. Zwar hatten die Niedersachsen eine Top-Chance durch Elias Saad. Insgesamt waren die Muslic-Schützlinge aber das druckvollere Team. Dzeko hätte Schalke schon nach zehn Minuten in Führung schießen können. Der bosnische Starstürmer scheiterte aber an Nahuel Noll im 96-Tor.
Als Karaman dann in der 38. Minute nach einer Spitzenflanke von Soufiane El-Faouzi per Kopfball auf 2:0 erhöhte, bebte die Arena ein weiteres Mal.
Dzekos Aktion gegen Hannovers Chakroun – fahrlässig, aber keine Absicht
Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Im Halbfeld übersah Edin Dzeko hinter sich seinen Gegenspieler Chakroun und traf ihn mit hohem Bein am Bauch. Schiedsrichter Robin Braun ahndete die Aktion mit einem Platzverweis – eine harte Entscheidung.
Somit dürfte Dzekos Geburtstagsparty am kommenden Dienstag, da wird der Bosnier 40 Jahre alt, etwas getrübt sein. Im Top-Spiel am Samstag gegen Darmstadt wird er fehlen. Für Dzeko war es der vierte Platzverweis seiner Profikarriere – zwei Rote Karten im Dress von AS Rom sowie eine Ampelkarte mit der bosnischen Nationalmannschaft.
Karius pariert Strafstoß und wird doch überwunden
Das Spiel bekam nach dem Dzeko-Aus nun ein anderes Gesicht. Im Stadion wurde es merklich ruhiger. Die Euphorie auf den Rängen und dem Feld ließ nach. Schalke zog sich mit einem Mann weniger zurück. Die Gäste aus Hannover bekamen mehr Spielanteile. Dann wurde es noch einmal richtig turbulent in der Schlussphase.
Zunächst foulte Katic seinen Gegenspieler, den Strafstoß von Hannovers Kapitän Enzo Leopold hielt Loris Karius bravourös, doch Hannover behielt die Nerven. Denn die anschließende Ecke versenkte Nawrocki per Kopf zum Anschlusstreffer, ehe Pichler mit der letzten Aktion des Spiels den Schlusspunkt setzte.
Adil Aouchiche (l.) im Zweikampf mit Maurice Neubauer (r.)
Loris Karius sah dabei nicht gut aus. Beim langen Flankenball von Mustapha Bundu packte der Keeper daneben. Der eingewechselte Pichler hatte freie Bahn zum Einköpfen. Die 7.000 mitgereisten Hannoveraner Fans waren aus dem Häuschen.
In der Tabelle bleibt 96 auf Schlagdistanz, nur zwei Zähler trennen die Niedersachsen von Rang drei.
Schalke in Darmstadt, Hannover gegen Braunschweig
Am Freitagabend empfängt Hannover zum Niedersachsenderby Eintracht Braunschweig (18.30 Uhr). Schalke ist am Samstagabend im Topspiel beim SV Darmstadt zu Gast (20.30 Uhr).

