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Infolge des kalten Winters dauert die umfassende Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin deutlich länger als geplant. „Wir müssen nach den letzten Tagen sagen, dass wir im Moment davon ausgehen, dass es nicht mehr möglich sein wird, zum 30. April in den Betrieb zu gehen“, sagte der Vorstand für Infrastrukturplanung und -projekte bei der zuständigen Bahn-Tochter DB InfraGo, Gerd-Dietrich Bolte.
Wie lange sich der Abschluss der Bauarbeiten auf der Strecke verzögern wird, blieb zunächst unklar. Einen neuen Zeitplan will die Bahn am 13. März bekanntgeben. „Ziel ist es, eine für Reisende und Güterverkehrsunternehmen gleichermaßen verträgliche Lösung zu finden“, teilte der Konzern mit. Lange Umwege muss seit Anfang August der Güterverkehr hinnehmen.
„Wir erleben in Deutschland, insbesondere im Norden und im Osten, den härtesten Winter seit 15 Jahren“, betonte Bolte. Seit sechs Wochen seien die Arbeiten auf der Strecke in Verzug, weil Frost und Schnee vor allem die Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich machten. Schwierig gestalten sich der bundeseigenen Bahn zufolge aufgrund der Kälte auch Arbeiten an den Oberleitungen. Diese hätten bereits im Januar erfolgen sollen, was aufgrund der Witterung aber nicht möglich gewesen sei.
Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist seit Anfang Augst 2025 für die Sanierung gesperrt – zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Strecken in Deutschland mit insgesamt 470 Zügen pro Tag. Bei der Planung der Strecke sei ein Puffer von zwei bis drei Wochen eingebaut worden, sagte Bolte weiter. Dieser sei inzwischen aber klar überschritten.
Direkt im Anschluss an die Modernisierung steht die Strecke Hamburg-Hannover auf dem Programm. Diese werde sich nun ebenfalls so lange verzögern, bis der Korridor zwischen der Hanse- und der Hauptstadt fertig sei. Auf weitere geplante Streckensanierungen hätten die Verzögerungen aber keinen verschiebenden Einfluss. Die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin ist Teil einer größeren Initiative: Die Deutsche Bahn will bis Mitte der 2030er Jahre mehr als 40 vielbefahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren.
