Die Revo-Hospitality-Gruppe, ein großer Hotelbetreiber, hat für etwa 140 seiner Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Charlottenburg eingereicht. Darunter sind 125 Hotels mit etwa 5500 Mitarbeitern in Deutschland und Österreich, die aber weitergeführt werden sollen, wie das Unternehmen weiter mitteilte. „Bei der Agentur für Arbeit haben wir eine Vorfinanzierung der Gehaltszahlungen für die Monate Januar bis März 2026 beantragt“, hieß es.
Unter eigenen Marken und als Franchisenehmer betreibt die Revo Hospitaliy Group insgesamt 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern und 135 Städten. Nach eigenen Angaben gehören zur Gruppe Hotels bekannter Marken wie Accor, Hilton, Wyndham und Marriott. Zudem betreibt die Gruppe Marken wie Vagabond, Hyperion oder Aedenlife.
„Mit den überwiegend in Eigenverwaltung beantragten Verfahren für die rund 140 Gesellschaften bestehen gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung“, teilte Rechtsanwalt Gordon Geiser mit, der für die Dauer der Sanierung die Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften übernommen hat.Ein wesentlicher Grund für die Insolvenz sei die starke Expansion der vergangenen Jahre gewesen. Seit 2020 ist die Zahl der zur Gruppe gehörenden Hotels den Angaben zufolge von damals 51 auf inzwischen rund 250 gestiegen. Im Februar vergangenen Jahres wurde bekannt, dass das Unternehmen 60 Hotels der H-Gruppe wie Hyperion und H2 übernommen hat.
„Die Akquisition der neuen Hotels war mit erheblichen Kosten verbunden“, teilte das Unternehmen mit. „Andererseits stiegen die Übernachtungszahlen nicht wie erwartet, und auch der geplante Umsatz für 2025 wurde nicht erreicht.“ Die neuen Geschäftsführer machten sich nun auf die Suche nach internationalen Investoren.
Im vergangenen Jahr ist einer anderen Hotelkette die Insolvenz in Eigenverwaltung erfolgreich geglückt. Seit der Eröffnung am 1. März 2025 hatte die Lindner Hotels AG das Verfahren innerhalb weniger Monate abgeschlossen. Adrian Lindner, ein Vertreter der dritten Generation der Familie Lindner, übernahm die Geschäftsführung. Die Hotelgruppe betonte, dass kein einziges Hotel geschlossen werden musste. Allerdings ließ das Unternehmen zahlreiche Pachtverträge auslaufen oder kündigte sie.
