Remis im Kellerduell – HSV-Frauen punkten in Unterzahl in Jena

Hamburgs Magou Doucoure (r.) im Zweikampf mit Jenas Melina Reuter

AUDIO: HSV-Frauen erkämpfen sich Punkt in Jena (1 Min)

Fußball-Bundesliga

Stand: 15.03.2026 17:24 Uhr

Die Fußballerinnen des Hamburger SV haben am siebtletzten Bundesliga-Spieltag den Vorsprung auf die Abstiegsränge vergrößert. Der Aufsteiger kam am Sonntag trotz einer Roten Karte und einer mehr als halbstündigen Unterzahl im Kellerduell beim Schlusslicht Carl Zeiss Jena zu einem 1:1 (1:1).

von Christian Görtzen

Drei Punkte liegt das Team von HSV-Trainerin Liese Brancao nun vor dem ersten Abstiegsrang. Die Hamburgerinnen profitierten davon, dass direkt vor der eigenen Partie in Jena der Tabellenvorletzte SGS Essen mit 0:4 bei der TSG Hoffenheim verlor. Der Vorsprung auf den Tabellenletzten Jena beträgt auch nach dem 20. Spieltag fünf Punkte. Hamburg ist nun zudem in der Bundesliga seit drei Spielen (zuvor 4:0 bei der TSG Hoffenheim und 1:1 gegen Werder Bremen) ohne Niederlage.

Video:
Carl Zeiss Jena vs. Hamburger SV – die Tore auf einen Blick (1 Min)

HSV gerät früh in Rückstand

Die Hoffnungen des Aufsteigers, dass diesmal gegen Jena mehr herausspringen würde als noch im Hinspiel (1:1), erhielten nach gerade einmal 67 Sekunden einen ordentlichen Dämpfer. Nach einem Ballverlust des HSV tief in der gegnerischen Hälfte verlagerten die Thüringerinnen das Spiel auf die linke Außenbahn. Im Strafraum angekommen, legte Isabella Jaron gut auf Melina Reuter zurück, deren Schuss von Svea Stoldt und Magou Doucouré noch geblockt wurde. Olivia Alcaide staubte aber zum 1:0 für Jena ab (2.).

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Und beinahe wäre vor der Jenaer Rekordkulisse von 4.125 Zuschauerinnen und Zuschauern schnell noch bitterer gekommen für die Gäste, wenn Lea Paulick nicht gewesen wäre. Bei einem Schuss von Reuter lenkte die HSV-Torfrau den Ball mit den Fingerspitzen noch an die Unterkante der Latte. Von dort sprang die Kugel auf die Torlinie (11.).

Bartz gleicht für Hamburgerinnen aus

Diese Szene war wie ein Weckruf. Die Hanseatinnen merkten, dass sie mutiger nach vorne spielen mussten – und taten das auch. Nach Camilla Linbergs schöner Flanke in den gegnerischen Strafraum traf Paulina Bartz mit langgestrecktem Fuß zum 1:1 (17.). Für die gebürtige Hamburgerin war es der erste Bundesligatreffer. Die technisch herausragende Lotta Wrede hätte in der Schlussphase der ersten Hälfte beinahe die Partie gedreht. Ihr Distanzschuss knallte aber ans Lattenkreuz. So ging es mit dem 1:1 in die Pause.

HSV-Verteidigerin Böhler sieht Rote Karte

Zwölf Minuten nach Wiederbeginn waren die Hamburgerinnen nur noch zu zehnt auf dem Platz – und dies zu Recht. Abwehrspielerin Annaleen Böhler sah für ihre Notbremse – sie hatte Alcaide zu Boden gerissen – die Rote Karte (57.). Jena war danach der Führung näher. Stoldt verhinderte eine Top-Chance für Alcaide, als sie der Angreiferin im letzten Moment den Ball vom Fuß spitzelte (70.).

Die Thüringerinnen drängten in der Folgezeit auf das HSV-Gehäuse, doch so richtig gefährlich wurden sie nicht mehr. Letztlich war das Remis für die Norddeutschen angesichts der mehr als halbstündigen Unterzahl ein Erfolg. Auch wenn Christin Meyer in der sechsten Minute der Nachspielzeit einen Weitschuss über Jenas leeres Tor setzte.

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