Die Partei Reform UK wird in Großbritannien immer stärker. Was macht die Anti-Establishment-Bewegung so erfolgreich?
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Das edle Londoner Townhouse, in dem sich an diesem Abend so viele politische Emotionen entladen werden, liegt passenderweise in der Charles Street. Charles I., das war der einzige König, den sich die Engländer jemals zu köpfen gezwungen sahen. Der Monarch hatte, kurz gesagt, einfach zu sehr den Kontakt zum Volk verloren. Knapp vier Jahrhunderte später scheint es hier, im voll besetzten Veranstaltungssaal des konservativen Thinktanks Prosperity Institute, als sei Großbritannien erneut an einem Siedepunkt angelangt. Zwar nicht der heutige König, dafür aber die gesamte herrschende Klasse müsse entmachtet werden, lautet die Botschaft von Laila Cunningham. „Wir werden von Feiglingen regiert, die weder für die Briten selbst noch für britische Werte eintreten“, zürnt die 48-jährige ehemalige Staatsanwältin. Die Institutionen des Landes seien von „Verrottung“ befallen. Das gelte für Polizei und Behörden ebenso wie für das Parlament.
