Die drei Jungs haben heute Nachmittag nichts Besonderes vor, „nur chillen“, so steht es in einer Textnachricht. Klingt harmlos. Sie treffen sich also in einem Internet-Chatroom. Das Gespräch dreht sich erst einmal um Leute aus der Szene, die inzwischen ausgestiegen seien, einer der Jungs teilt seinen Bildschirm und klickt sich durch das Social-Media-Profil von einem dieser Altvorderen. „Eine Legende“ sei der Typ, der sich als „halb Mensch, halb Puppenspieler“ beschreibt. So wollen sie auch gern sein, diese Jungs mit ihren krächzenden Knabenstimmen. Als Profilbilder verwenden zwei von ihnen Totenköpfe in schwarzen Roben, einer eine Animefigur. Sie sind die jüngste Generation einer Szene von Internet-Mobbern, deren Methoden sich immer weiter verschärfen.
