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Im Rahmen eines internen Forschungsprogramms hat das Technologieunternehmen FEV Analyseergebnisse zur Wirtschaftlichkeit elektrifizierter Nutzfahrzeuge veröffentlicht. Die Daten zeigen laut Unternehmen, dass durch „Lkw mit Range-Extender-Architektur (REEV/Hybrid-BEV) je nach Fahrzyklus die Total Cost of Ownership (TCO) um bis zu 33 Prozent gegenüber konventionellen Diesel-Lkw gesenkt werden können – bei gleichzeitig deutlich reduzierten CO2-Emissionen.“ Die Berechnungen basieren laut FEV auf einem „realistischen europäischen Einsatzprofil“ mit nächtlichem Depotladen zu Strompreisen von rund 19 Cent pro Kilowattstunde (dies entspricht laut FEV einem Industriepreis).
„Unsere Analyse zeigt klar: Der Range Extender macht elektrische Lkw sofort wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll nutzbar – ohne Warten auf den flächendeckenden Ausbau von Hochleistungs-Ladeinfrastruktur“, sagte Norbert W. Alt, COO der FEV Group. Ein zentraler Hebel der REEV-Architektur liege in der deutlich reduzierten Batteriegröße gegenüber rein batterieelektrischen Fernverkehr-Lkw, so FEV. Ein REEV-Truck komme mit „etwa 280 kWh aus“. Selbst bei langsamerem AC-Laden mit 22 kW ließen sich über Nacht rund 240 kWh nachladen – laut FEV, sei dies ausreichend, um das Fahrzeug je nach Einsatzszenario nahezu vollständig elektrisch für den nächsten Tag zu versorgen.
Die kleinere Batterie eines REEV-Trucks reduziere Fahrzeugkosten sowie das Gewicht und erhöhe so die Nutzlast, führt FEV aus. Gleichzeitig ermögliche der elektrische Fahranteil niedrige Energiekosten – insbesondere bei nächtlichem Depot-Charging und bei Industriestrompreisen. Durch die geringe Abhängigkeit von öffentlicher Hochleistungs-Ladeinfrastruktur ließen sich REEV-Trucks bereits heute „nahtlos in bestehende Depotstrukturen integrieren“, argumentiert das Unternehmen. Dies erhöhe die Einsatzflexibilität im Fernverkehr und senke Investitionsrisiken für Flottenbetreiber. In Summe führe dies im Long-Haul-Betrieb zu einem „TCO-Vorteil von circa 14 Prozent gegenüber konventionellen Diesel-Lkw“, schreibt FEV. Im Short-Distance-Modus seien es sogar bis zu 33 Prozent.
Während FEV bereits in früheren Studien das Dekarbonisierungspotenzial von Hybrid-BEV- und REEV-Konzepten im Pkw-Bereich aufgezeigt hat, liegt der aktuelle Fokus auf dem Nutzfahrzeug- und Fernverkehrssegment. Man arbeite derzeit an entsprechenden Demonstrator-Fahrzeugen, um die Analyseergebnisse praxisnah zu validieren und gemeinsam mit Kunden und Partnern in marktfähige Lösungen zu überführen, erklärte FEV.
