Stand: 26.02.2026 15:08 Uhr
Mit ihrer milden Schärfe schmecken Radieschen und Rettich nicht nur roh in Salaten, sondern auch gebraten oder eingelegt. Zudem lassen sich die Blätter verwenden. Tipps zur Zubereitung und Rezepte.
Beide Gemüsesorten ähneln sich im Geschmack – botanisch zählen Radieschen sogar zu den Rettichen. In Aussehen und Größe unterscheiden sie sich aber deutlich.
Sortenvielfalt: schwarzer Rettich, weiße Eiszapfen
Rettichknollen sind meist weiß und länglich, manche Sorten auch kugelförmig. Sommerrettich kann auch eine rosa oder grünliche Färbung aufweisen, auf Wochenmärkten sind manchmal sogar knallrote oder lila Sorten erhältlich. Im Winter hat schwarzer Rettich Saison. Er ist besonders scharf.
Die klassischen roten Radieschen-Knollen sind das ganze Jahr über verfügbar, unterscheiden sich aber häufig in der Größe. Kleine Knollen sind meist schärfer als größere. Seltener zu finden sind gelbe, weiße oder lila Züchtungen. Sie sind gelegentlich während der Saison vom Frühjahr bis Spätsommer im Angebot. Eine relativ bekannte alte Radieschen-Sorte sind die weißen, länglichen „Eiszapfen“, sie sind ungefähr von Mai bis Juli erhältlich.
Rettich und Radieschen richtig lagern
Beim Kauf sollten die Knollen fest sein. Weiche oder gar schrumpelige Knollen sind nicht mehr frisch. Die Blätter sollten schön grün aussehen und nicht welk sein. Damit die Knollen knackig bleiben, das Grün direkt nach dem Kauf mit einem Messer abschneiden und getrennt von den Knollen aufbewahren. Es lässt sich gut weiterverwenden, etwa für Salat oder Pesto. Die Knollen am besten eingeschlagen in ein feuchtes Tuch oder in einer luftdichten Dose im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. So halten sie sich einige Tage. Radieschen, die bereits etwas weich geworden sind, kann man einige Minuten wässern, dann werden sie wieder knackiger.
Schälen nicht immer erforderlich
Vor der Zubereitung die Knollen putzen, dabei Wurzelspitzen und -fasern entfernen. Waschen und eventuell mit einer weichen Bürste oder einem Schwamm von Erdresten säubern. Während man Radieschen immer mit Schale weiterverarbeitet, wird Rettich oft geschält oder abgeschabt. Man kann ihn aber auch mit Schale essen. Lediglich der schwarze Winterrettich sollte wegen seiner dicken Schale, die leicht bitter sein kann, geschält werden.
Rezepte mit Radieschen und Rettich
Radieschen und Rettich als Salat und Rohkost zubereiten
Knackig frische Radieschen verleihen Salaten ein besonderes Aroma. Sie schmecken als Rohkost zu Dips oder einfach in Scheiben geschnitten auf Brot. Gerieben oder klein geschnitten kann man mit ihnen leckere Frischkäsecremes zubereiten, im Ganzen oder als Scheiben sind sie ideal zum Garnieren. Wer das Gemüse als Beilage servieren möchte, kann es vor dem Servieren mit etwas Zitronensaft oder Essig sowie Öl, Salz, Pfeffer und weiteren Gewürzen marinieren.
Roh und dünn geschnitten ist Rettich fester Bestandteil der bayerischen Küche und gehört als Radi traditionell zur Biergarten-Brotzeit. Sehr lecker ist ein Apfel-Rettich-Salat mit einem Dressing aus Apfelessig, Apfelsaft, Öl und etwas Zucker. Nach Belieben kann man noch klein geschnittene Paprika oder gehackte Walnüsse dazugeben.
Auch in der Asia-Küche hat Rettich einen festen Platz: Dort wird meist der größere Daikon-Rettich verwendet, der etwas milder ist als die heimischen Sorten. Während der Saison im Spätsommer und Herbst ist Daikon-Rettich in Asia- und Feinkost-Läden erhältlich.
Rettich und Radieschen braten und dünsten
Seltener kommen Radieschen oder Rettich gegart auf den Tisch. Gebraten in Butter oder Öl und mit frischen Kräutern und eventuell etwas Knoblauch sind die Knollen eine tolle Beilage zu Fisch, kurz gebratenem Fleisch oder Pellkartoffeln. Durch das Garen werden die Knollen milder, Radieschen bekommen eine leicht süße Note. Damit ein Teil der Schärfe erhalten bleibt, sollte man das Gemüse möglichst nur wenige Minuten garen.
Rettich einlegen und fermentieren
Rettich schmeckt auch hervorragend eingelegt. Dazu einen Sud aus einem Teil Essig und zwei Teilen Wasser sowie Zucker und Salz anrühren und diesen nach Geschmack mit Salz, Pfeffer- und Senfkörnern sowie weiteren Gewürzen und Kräutern verfeinern. Den in Scheiben oder Stifte geschnittenen Rettich in sterilisierte Gläser geben und mit dem heißen Sud auffüllen. Im verschlossenen Glas hält der eingelegte Rettich mehrere Monate.
Haltbar machen lässt sich Rettich auch durch Fermentieren. Das klein geschnittene Gemüse mit Salz (etwa zwei bis fünf Prozent der Gesamtmenge) vermengen und kräftig mit einem Stampfer pressen, bis ausreichend Flüssigkeit ausgetreten ist. Anschließend in ein sauberes Glas schichten. Dabei darauf achten, dass das Gemüse unter der Lake bleibt. Das Glas nicht zu fest verschließen, damit die Gase während des Gärens entweichen können.
Radieschen-Grün für Suppe und Salat
Das Grün von Rettich und Radieschen kann man klein geschnitten als Zutat für Salat verwenden oder mit Parmesan, Olivenöl, Knoblauch und Pinienkernen zu einem Pesto verarbeiten. Gekocht mit Schalotten, Kartoffeln, Brühe und etwas Crème fraîche oder Sahne wird daraus eine leckere Suppe. Nach dem Pürieren hat sie mit ihrer schönen grünen Farbe auch optisch etwas zu bieten.
Rettich und Radieschen: Gesund und vitaminreich
Sowohl Rettich als auch Radieschen sind übrigens nicht nur vielseitig in der Küche einsetzbar, sondern auch sehr gesund. So regt die milde Schärfe der Knollen Leber und Galle an und hat eine antibakterielle Wirkung. Außerdem enthalten beide Gemüsesorten viel Vitamin C: Bereits 100 Gramm Rettich decken etwa 25 Prozent, 100 Gramm Radieschen rund 30 Prozent des Tagesbedarfs.












