Pilzvergiftung: Symptome, die richtige Reaktion und Therapie

Auf welche Symptome sollte ich achten?

Jedes Jahr kommt es in Deutschland, gerade in den Herbstmonaten, nach dem Verzehr von selbst gesammelten Pilzen zu Vergiftungen. Dabei können die Symptome sehr unterschiedlich sein; am häufigsten kommt es zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Eine toxische Wirkung von Pilzen kann sich aber auch mit Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Muskelzuckungen bis hin zu Krampfanfällen oder Verwirrtheit zeigen.

Je nach Art und Menge des aufgenommenen Giftes können die Symptome innerhalb von 30 Minuten, in anderen Fällen erst nach mehreren Stunden auftreten. Beim Knollenblätterpilz, der für rund 80 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich ist, beginnt die wirkliche Gefahr sogar erst nach Tagen: Wenn Übelkeit und Erbrechen abgeklungen sind, kann das Gift dieses Pilzes die Leber angreifen. Überhaupt gilt: Je später Symptome bei einer Pilzvergiftung auftreten, desto wahrscheinlicher ist es, dass dann schon ganze Organe angegriffen sind.

Wer ist besonders gefährdet?

Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet. Bei ihnen können schon kleine Mengen giftiger Pilze schwere gesundheitliche Schäden verursachen.

Wie reagiere ich richtig bei einer mutmaßlichen Pilzvergiftung?

Vermutet man, an einer Pilzvergiftung zu leiden, sollte man schnell handeln und unverzüglich zum Arzt oder sogar in die Notaufnahme gehen – dabei unbedingt erwähnen, dass man Pilze gegessen hat. Man sollte in keinem Fall absichtlich Erbrechen auslösen; auf diesem Weg können sich Gifte weiter im Körper verteilen. Wer noch von den verzehrten Pilze Reste hat, sollte diese mit zum Arzt nehmen; dann kann dieser sich ein Bild davon machen, um welche Pilze es sich handeln könnte und welche Vergiftung vorliegen könnte. Mediziner sprechen übrigens bei einer Pilzvergiftung auch von Myzetismus.

Wie wird eine Pilzvergiftung behandelt?

Wie die genaue Therapie aussieht, hängt von der Schwere und Art der Vergiftung ab. Oft gibt der der als Initialbehandlung Aktivkohle, um das Gift zu binden. Bei starkem Erbrechen müssen außerdem Infusionen gegeben werden, um Flüssigkeit zu ersetzen. Wenn der Mediziner weiß, um welchen Giftpilz es sich handelt, stehen für einige Pilzarten auch Gegengifte zur Verfügung, die verordnet werden können.

Wie schädlich sind verdorbene oder falsch zubereitete Pilze?

Neben einer „echten“ oder wie Mediziner sagen „primären“ Pilzvergiftung gibt es auch noch „sekundäre“ Pilzvergiftungen. Davon sprechen Ärzte, wenn die Symptome zwar durch den Verzehr von Pilzen ausgelöst wurden, nicht aber auf Gifte darin zurückzuführen sind. Es handelt sich dann nicht um Giftpilze, sondern um eigentlich essbare Pilze, die jedoch verdorben oder falsch zubereitet waren. Sekundäre Pilzvergiftungen sind in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich und klingen innerhalb weniger Stunden ab.