Stand: 28.12.2025 14:45 Uhr
Pelletheizungen galten lange als umweltfreundliche Alternative zur Öl- oder Gasheizung. Doch die Tatsache, dass das CO2 bei der Verbrennung schlagartig freigesetzt wird, ist problematisch.
Pelletheizungen zählen laut Gebäudeenergiegesetz zu den nachhaltigen Heizsystemen, da sie Holz zur Wärmeerzeugung nutzen. Holz gilt als CO2-neutraler Brennstoff, da es beim Verbrennen nur so viel CO2 freisetzt, wie der Baum beim Wachsen aufgenommen hat.
Wie CO2-neutral sind Pellets wirklich?
Doch ganz so einfach ist es nicht, denn der Faktor Zeit spielt eine entscheidende Rolle: Bei der Verbrennung von Holz wird das gesamte gespeicherte CO2, das über Jahrzehnte darin gebunden war, schlagartig freigesetzt. Bis es wieder von Bäumen aufgenommen ist, dauert es erneut Jahrzehnte. „Bis dahin haben wir mehr CO2 in der Atmosphäre, als wenn wir das Holz nicht verbrannt hätten. Und dieses Mehr an CO2 bewirkt den Klimawandel mit all seinen Folgen“, erklärt Wissenschaftler Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Verbrennung verursacht weitere Emissionen
Zu den CO2-Emissionen durch die Verbrennung kommen weitere Emissionen durch Holzernte, Transport und Bearbeitung hinzu. Weiterer Minuspunkt: Bei der Verbrennung entsteht nicht nur CO2, sondern teilweise besonders klimaschädliche Gase wie Methan und Lachgas, außerdem gesundheitsgefährdender Feinstaub.
Holz ist kein effizienter Energieträger
Kritiker der Holzenergie verweisen darauf, dass Holz zudem eine geringere Energiedichte als fossile Energieträger hat. Das bedeutet: Um die gleiche Menge Energie zu erzeugen, müssen große Mengen an Holz verbrannt werden. Zwar hängt die Effizienz auch stark von den technischen Voraussetzungen ab. Doch lässt sich grob abschätzen, dass die Holzverbrennung pro gewonnener Energieeinheit „etwa eineinhalb Mal so viel CO2 produziert wie Kohleverbrennung, doppelt so viel CO2 wie Ölverbrennung und dreimal so viel CO2 wie Gasverbrennung“, so Expert Lucht.
Hohe Nachfrage schwächt die Wälder
Auch die hohe Nachfrage nach Brennholz ist problematisch. Sie entstand unter anderem dadurch, dass etliche Kohlekraftwerke auf Holzverbrennung umgerüstet wurden. Um den großen Bedarf der Kraftwerke zu decken, wird immer mehr Wald gerodet. Dieser steht dann nicht mehr als CO2-Speicher zur Verfügung, wodurch sich die Klimakrise verschärft. Dabei müsste, um die Klimaziele zu erreichen, in Zukunft sogar mehr Holz nachwachsen als den Wäldern entnommen wird.
Anders als in Teilen Osteuropas und der USA werden in Deutschland keine Bäume gefällt, um daraus Pellets zu produzieren, sondern vor allem Restholz aus Sägewerken verwendet. Doch auch daran gibt es Kritik von Umweltschützern. So ließ man in der Holzwirtschaft bis vor wenigen Jahren die Baumkronen im Wald verrotten – Mineralien und Nährstoffe wurden dem Boden zurückgegeben. Mittlerweile werden die Bäume dagegen komplett genutzt – von der Wurzel bis zur Baumkrone. Das Ökosystem Wald werde dadurch geschwächt, argumentiert etwa der Förster und Buchautor Peter Wohlleben.
Umweltverbände wie der NABU (Naturschutzbund Deutschland), der WWF oder die Deutsche Umwelthilfe fordern daher, insgesamt weniger Holz zu verbrennen, den Wald weniger zu nutzen und ihn naturnah umzubauen – zum Beispiel zu widerstandsfähigeren Mischwäldern.
Pelletheizungen: Ältere Modelle austauschen
Zwar fördert der Bund mit dem Heizungsgesetz den Einbau von Pelletheizungen. Trotzdem rät das Umweltbundesamt vom Heizen mit Holz ab. Bei der Planung einer neuen Heizungsanlage empfiehlt es statt einer Holzheizung den Einbau einer Wärmepumpe zu erwägen. Das gelte insbesondere für Neubauten. Wer sich für eine Pelletheizung entscheidet, sollte auf einen hohen Nutzungsgrad (Brennwertgerät in Effizienzklasse A++) und geringe Schadstoffemissionen achten und nach Möglichkeit ergänzend erneuerbare Energien, etwa durch eine Solarthermie-Anlage, nutzen.
Pelletheizungen, die älter als 15 Jahre sind, entsprechen laut Umweltbundesamts oft nicht mehr dem Stand der Technik, denn mittlerweile gelten bezüglich des Feinstaub-Ausstoßes und der CO2-Emissionen deutlich strengere Vorschriften. Meist lohne sich der Einbau eines effizienteren Heizkessels.
Pellets kaufen: Auf Zertifizierung achten
Die Pellets sollte man am besten bei Lieferanten in der Region bestellen, denn auch der Transport verbraucht Ressourcen. Produkte aus nachhaltiger Forstwirtschaft erkennt man etwa an dem FSC– oder dem Naturland-Siegel. Verbraucher sollten zudem auf die Zertifizierung DIN Plus oder EN Plus achten. Diese Normen sichern die Qualität der Pellets, etwa hinsichtlich des maximalen Aschegehalts.
Pellets und Kaminholz: Vorsicht vor Fake-Shops
Im Internet bieten betrügerische Verkaufsplattformen Pellets teils zu sehr günstigen Preisen gegen Vorkasse an, ohne die bestellte Ware später zu liefern. Bei sehr niedrigen Preisen sollten Verbraucher daher misstrauisch sein. Orientierung bietet der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale. Hier kann die Internetadresse des Shops eingegeben werden. Ampelfarben zeigen an, ob die Seite als seriös eingestuft wird. Zeigt die Ampel rot, sollte dort keinesfalls bestellt werden.




