Parteien: Linkspartei verdoppelt Mitgliederzahl | DIE ZEIT

Die Linkspartei hat ihre Mitgliederzahl im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Zugleich veränderte sich dadurch auch die demografische Struktur der Mitglieder. „Die Linke ist heute jünger und weiblicher, aber vor allem auch größer als je zuvor“, sagte Parteivorsitzende Ines Schwerdtner der Bild-Zeitung. 

Ende Dezember 2025 verzeichnete die Partei 123.126 Mitglieder. Am Ende des Vorjahres waren es noch 58.532. „Dieser enorme Zulauf kommt nicht von ungefähr: Zehntausende suchten in diesem Jahr besonders eine politische Heimat, um sich gegen den wachsenden Rechtsruck und die soziale Ungerechtigkeit der Bundesregierung zu wehren“, sagte Schwerdtner.

Vor allem jüngere Menschen und Frauen wandten sich der Partei zu. Laut dem Bericht der Bild-Zeitung liegt das Durchschnittsalter der Parteimitglieder aktuell bei 38,6 Jahren. Eine deutliche Verjüngung im Vergleich zu 2024, als die Mitglieder im Schnitt rund 45 Jahre alt waren. Laut Parteiangaben ist die Linke damit die Partei mit dem niedrigsten Durchschnittsalter in Deutschland.

Gleichzeitig stieg der Anteil an Frauen in der Partei auf 44,6 Prozent an, gut vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. So hoch war der Frauenanteil der Partei zufolge noch nie. 

Bei der Bundestagswahl im letzten Jahr hatte die Linke überraschend 8,8 Prozent geholt, knapp vier Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2021. Die Partei hatte von der Annäherung des damaligen Unionskandidaten Friedrich Merz an die AfD in der Migrationsdebatte profitiert. Die Linkspartei setzte im Wahlkampf vor allem auf soziale Themen wie die Bekämpfung von steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten.