Paralympische Winterspiele: Deutsche Biathleten gewinnen drei Bronzemedaillen

Bei den Paralympischen Spielen in Norditalien haben Anja Wicker, Marco Maier und Leonie Walter im Biathlon jeweils Bronze gewonnen. In der Sprint-Verfolgung wurden sie Dritte in ihren jeweiligen Klassen.

Lange um Bronze bangen musste die sehbehinderte Leonie Walter. Beim ersten Schießen lag die 22-Jährige lange auf der Matte, ehe sie
ihren Arm hob und ein Problem signalisierte. „Ich habe den Ton nicht
sauber gehört und musste dann den Schießstand wechseln. Das war nicht so
einfach, aber ich habe dann alle fünf Scheiben getroffen“, sagte Walter. Dadurch verlor sie jedoch viel Zeit und überquerte die Ziellinie
mit Guide Christian Krasman nach einem weiteren Fehler im zweiten
Schießen nur als Fünfte.

Zwei Bronzemedaillen nach mehreren Protesten

Nach einer Jury-Überprüfung erhielt Walter dann bereits kurz nach dem
Zieleinlauf eine Zeitgutschrift und rückte dadurch auf Rang drei vor.
Mehrere Proteste verzögerten die endgültige Entscheidung jedoch. Erst
fast zwei Stunden nach dem Rennen stand dann fest: Es gibt zweimal
Bronze – einmal für Walter und einmal für die als dritte ins Ziel
gelaufene Tschechin Simona Bubeníčková.

Marco Maier war trotz seiner dritten Bronzemedaille bei seinem Paralympics-Debüt nicht
so ganz zufrieden. „Das ist schon ärgerlich. Die Goldmedaille hätte drin
sein können“, sagte der 28-Jährige, der sich nach drei Schießfehlern
mit einer starken Laufleistung noch Bronze sicherte. Zwischen dem Ärger über die Schießfehler realisierte Maier aber auch
seinen Erfolg der vergangenen Tage: „Drei Starts, dreimal Bronze, da
kann man auch glücklich sein bei einer Chance, die es alle vier Jahre
gibt.“

„Irgendwie bin ich über die Strecke geflogen“

Auch für Anja Wicker die dritte Medaille bei den diesjährigen Spielen. Am Auftaktwochenende der Spiele erst im Sprint Bronze und dann im Einzel Silber abgeräumt. Insgesamt ist es ihre sechste Medaille bei Paralympics.

Nach der Qualifikation mit vier Fehlern arbeitete sich Wicker mit einem starken Finale noch von Rang vier auf drei nach
vorn. Am Ende lag sie mit fehlerfreiem Schießen 1:06 Minuten hinter Siegerin
Kendall Gretsch aus den USA und 58 Sekunden hinter der Zweitplatzierten
Kim Junji aus Südkorea. Der Vorsprung auf die viertplatzierte Chinesin
Wang Shiju betrug 31 Sekunden.

„Wahnsinn. Nach der Quali habe ich heute nicht mehr mit einer Medaille
gerechnet. Wenn ich im Finale nicht als Erste starten kann, habe ich
eigentlich keine Chance“, sagte Wicker nach dem Rennen. „Aber irgendwie
bin ich über die Strecke geflogen. Ich hatte super Material und habe am
Schießstand wirklich schnell und gut geschossen.“

Eine weitere Chance auf Medaillen hat das Trio in den Staffelrennen am
Samstag sowie im abschließenden 20-Kilometer-Langlauf am Sonntag.