Paralympics: Warwara Worontschichina holt erstes Gold für Russland seit 2014

Warwara Worontschichina hat als erste Sportlerin aus
Russland bei den Winter-Paralympics in Italien eine Goldmedaille gewonnen. Die 23-Jährige siegte zwei Tage nach Rang
drei in der Abfahrt in Cortina d’Ampezzo nun im Super-G in der stehenden Klasse.
Damit
wird bei der Siegerehrung erstmals seit den Paralympics 2014 in Sotschi bei
einem sportlichen Großereignis nicht nur die russische Fahne gehisst, sondern
auch die Hymne gespielt.

Wegen staatlich organisierten Dopings, aber vor allem wegen
des seit vier Jahren andauernden Angriffskrieges auf die Ukraine
durften zuletzt lediglich einzelne russische Sportler und Sportlerinnen als
neutrale Athleten ohne Flaggen, Symbole und Hymne im internationalen Sport
antreten. Gleiches galt für Belarus als Unterstützer der Invasion.

Anders als
bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina im Februar hob das Internationale Paralympische Komitee
(IPC) Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und Belarus‘ auf. Mehrere Länder, unter anderem Gastgeberland Italien, hatten
das kritisiert
.

Hinter Warwara Worontschichina wurde Aurelie Richard aus Frankreich Zweite im Super-G der stehenden Klasse. Auf die Dritte Ebba Aarsjoe aus Schweden folgte Andrea Rothfuss als beste Deutsche auf Rang vier.
Anna-Maria Rieder belegte den elften Platz.

Zahlreiche Länder kritisieren russische Teilnahme

Das Internationale Paralympics Komitee (IPC) unter Führung
des Brasilianers Andrew Parsons hatte den Bann für russische und belarussische Sportler und Sportlerinnen bereits im vergangenen September
aufgehoben. Die Weltverbände für Ski und Snowboard, Biathlon, Curling
sowie Para-Eishockey, die Wettbewerbe bei Paralympics austragen, sperrten sich
zunächst dagegen. Doch der Internationale Sportgerichtshof (Cas) urteilte nach
einem Einspruch Russlands, dass der pauschale Ausschluss nicht rechtens ist.
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte die Zulassung von russischen
Athletinnen und Athleten mit allen Symbolen kritisiert.

Bei der Eröffnungszeremonie der Spiele hatten wegen der Teilnahme russischer und belarussischer Sportler nur 28 der 55 Nationen teilgenommen. Dem IPC seien mit Tschechien, Estland, Finnland,
Lettland, Litauen, Polen und der Ukraine sieben Komitees bekannt, die
aus politischen Gründen fernbleiben, hatte ein Sprecher zuvor gesagt.