

23 Zettajoule, das sind 23 Milliarden Billionen Joule an Wärme – so viel Energie ungefähr haben die Ozeane rund um den Globus im vergangenen Jahr 2025 wegen der beschleunigten Erderwärmung zusätzlich gespeichert. Ein Rekordwert. Oder, wie es die an der internationalen Studie beteiligte Chinesische Akademie der Wissenschaften schreibt: „Genug Energie, um den Erdball eine Billion Mal mit einem elektrischen Fahrzeug zu umrunden.“ Und vielleicht als kleiner Seitenhieb an den Klimaschutz-Aussteiger USA: „Es entspricht dem Energiegehalt von 1,8 mal 10¹⁶ Hamburgern.“
Die jüngste Hitzebilanz des internationalen Forscherteams ist im Journal „Advances in Atmospheric Sciences“ veröffentlicht worden. Sie gehört zu den Klimaanalysen, die von den großen Klimarechenzentren der Welt jeweils zum Anfang jeden Jahres vorgelegt werden. Wobei die Untersuchungen zu den Veränderungen der Ozeane besonders interessant sind, denn die riesigen Meere auf dem Wasserplaneten Erde nehmen Jahr für Jahr sehr viel mehr der Zusatzenergie auf als die Atmosphäre, nämlich gut 90 Prozent der durch den Treibhauseffekt erhaltenen Energie. Die Meere sind zugleich ein riesiger Energiespeicher und Temperaturpuffer. Sie sind, wie es die Forscher in ihrer neuen Studie schreiben, wegen der weniger stark schwankenden Temperaturwerte im Wasser „der robusteste Indikator für einen langfristigen Klimawandel“.
Tatsächlich wurden die Bemühungen um die Überwachung der Ozeane in den vergangenen Jahrzehnten enorm intensiviert. Mehr als 4100 ferngesteuerte Bojen, verteilt über alle Weltmeere, ermitteln fast lückenlos die Temperatur, den Energiefluss bis in größere Tiefen, und auch der Grad der Versauerung wird ermittelt, der durch den Eintrag des aus fossilen Verbrennungsprozessen Kohlendioxids zunimmt.
Sowohl die Wärmemengen bis in 2000 Meter Tiefe als auch der Säuregrad haben 2025 im elften Jahr in Folge zugenommen erreicht. Dabei gibt es regionale Unterschiede. An der Meeresoberfläche ist die Temperatur 2025 wegen der natürlichen Klimaanomalie La Niña vor allem in den tropischen Regionen sogar etwas zurückgegangen. Weil die beiden Jahre davor die Wärmeanomalie El Niño für besonders starke Erwärmungen gesorgt hat, hatten die Forscher schon im vorne herein mindestens mit einer leichten Abkühlung gerechnet. Tatsächlich hat sich die Oberfläche global gesehen minimal abgekühlt. Betrachtet man allerdings die gesamte Wärmeaufnahme bis in größere Tiefen, hatten die Ozeane insgesamt einen historischen Höchststand erreicht.
Hotspots der Aufheizung waren neben dem Südpolarmeer rund um die Antarktis insbesondere der Nordatlantik, das Mittelmeer und der Indopazifische Ozean. Diese Wärmeanomalien, die teilweise übers ganze Jahr gemessen wurden, haben nach Auffassung der Wissenschaftler die Ausbreitung von Meereshitzewellen und Extremwetter – besonders Starkniederschläge – in vielen Regionen forciert.
