Ostern: Welche Bedeutung haben die Feiertage?

Ein Kirchenfenster zeigt die Kreuzigung Jesu.

AUDIO: Die Karwoche (3 Min)

Stand: 30.03.2026 17:07 Uhr

Was geschah am Palmsonntag und Gründonnerstag, was am Karfreitag und Ostersonntag? Wann ist Jesus auferstanden? Ein Überblick über die Bedeutung der Oster-Feiertage und ihren biblischen Hintergrund.

Mal feiern wir Ostern im März, mal im April. Warum eigentlich? Die Kirche legte im 4. Jahrhundert fest, dass Ostern auf einen bestimmten Sonntag fällt, nämlich den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Der 22. März ist damit der früheste Termin und der 25. April der späteste. Weil Christi Himmelfahrt und Pfingsten vom Termin des Osterfestes abhängen, gehören auch sie zu den beweglichen Feiertagen.

2026 fällt der Karfreitag auf den 3. April und der Ostersonntag auf den 5. April. Die Osterzeit dauert laut christlicher Lehre bis Pfingsten.

Palmsonntag: Der Sonntag vorm Osterfest

Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern. Mit ihm beginnt die Karwoche. Das Neue Testament berichtet, dass Jesus Christus an diesem Tag auf einem Esel in Jerusalem einritt. Die Bevölkerung, die in ihm den erwarteten Messias (Gesalbten) sah, begrüßte ihn jubelnd und legte Kleidung, Palm- und Ölbaumzweige auf die Straße, gewissermaßen als „roten Teppich“ für Jesus.

Gründonnerstag: Der Tag vor der Kreuzigung

"Das Abendmahl". Farblithographie (Oeldruck), 1899 nach dem Wandgemälde von Leonardo da Vinci.

An Gründonnerstag feierte Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern. Hier eine Farblithographie (Oeldruck) aus dem Jahr 1899.

Der Gründonnerstag erinnert an das Abendmahl, das Jesus am Vorabend seines Todes mit seinen zwölf Jüngern gefeiert hat. Auf dieses Ereignis geht das Heilige Abendmahl zurück, das in der Kirche begangen wird. Leornado da Vinci hat das Abendmahl Jesu in seinem berühmten Fresko im Mailänder Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie dargestellt.

Am Gründonnerstag wird noch weiterer Ereignisse gedacht: Jesus wusch seinen Jüngern die Füße und zeigte ihnen so, dass er ihnen diente. Später am Abend, im Garten Gethsemane, fiel er seinen Verfolgern in die Hände, weil sein Jünger Judas ihn für 30 Silberlinge und durch einen Kuss, den Judaskuss, verraten hatte. Außerdem endet am Gründonnerstag die Fastenzeit. Der Ursprung des Namens Gründonnerstag ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich geht er auf die alt- und mittelhochdeutschen Wörter „grunen“ und „grinan“ zurückgehen, die „greinen“, „wehklagen“ oder „weinen“ bedeuten.

Karfreitag und Karsamstag: Was das „Kar“ bedeutet

Mehrere Menschen stellen in einer dunklen Kirche Kerzen auf.

In der Nacht zum Ostersonntag tragen Christen das Licht in die dunklen Kirchen.

Die Vorsilbe „Kar“ leitet sich aus dem althochdeutschen Wort „kara“ ab, das so viel wie Klage, Elend oder Trauer bedeutet. An diesem Tag wurde Jesus dem römischen Statthalter in Judäa, Pontius Pilatus, gegenübergestellt, zum Tode verurteilt und – von seinen Folterknechten verhöhnt und mit einer Dornenkrone „bekrönt“ – auf dem Hügel Golgatha an das Kreuz genagelt. Die Hinrichtungsform der Kreuzigung war in der Antike sehr verbreitet und entsprach römischem Recht. Laut den Evangelien starben auch andere zum Tode Verurteilte denselben Tod wie Jesus.

Die 15. Stunde des Tages gilt als seine Todesstunde, daher werden am Karfreitag um 15 Uhr Gottesdienste abgehalten. Der Karsonnabend, auch Ostersonnabend genannt, ist der Tag der Grabesruhe. Es findet in der Regel kein Gottesdienst statt und die Altäre in den Kirchen sind frei von Kerzen und Blumen. In der Nacht zum Sonntag jedoch wird die Osternacht gefeiert. Osterkerzen bringen wieder Licht in die zuvor dunklen Kirchen.

Ostersonntag: Die Auferstehung Jesu

Am Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu und den Sieg des Lebens über den Tod. Nach dem Matthäus-Evangelium kamen Maria Magdalena und je nach Überlieferung zwei oder auch drei weitere Frauen zum Grab Jesu, als ein Engel den Stein, mit dem das Grab verschlossen war, zur Seite wälzte. Der Engel verkündete, dass Jesus nicht hier, sondern auferstanden sei. Als die Frauen sich auf den Weg machten, um den Jüngern davon zu berichten, begegneten sie Jesus, der zu ihnen sprach.

Ostermontag: Der Tag nach der Auferstehung

Laut Lukas-Evangelium trafen am Ostermontag auch zwei der Jünger auf Jesus. Sie hatten bis dahin an seiner Auferstehung gezweifelt, verbreiteten die Nachricht nun aber mit Freude. Da die Auferstehung Jesu den Glauben an ein Leben nach dem Tod begründet, ist Ostern ist das höchste Fest der Christen und das zentrale Ereignis der christlichen Religion.

Christi Himmelfahrt: Religiöses Fest und Ausflugstag

40 Tage nach dem Osterfest, also immer an einem Donnerstag, wird Christi Himmelfahrt gefeiert. Die Apostelgeschichte berichtet davon, dass Jesus mit seinen Jüngern zusammen war, als ihn eine Wolke erfasste und in den Himmel trug. In Deutschland wird an diesem Tag zugleich der Vatertag gefeiert. Grundeigentümer mussten früher einmal im Jahr ihren Grundbesitz umschreiten, um so ihren Besitzanspruch aufrecht zu erhalten. Diese Vatertagstour sieht heute etwas anders aus: In vielen Gegenden unternehmen Gruppen am Himmelfahrtstag feuchtfröhliche Ausflüge.

Pfingsten: Beginn des Missionsauftrags

50 Tage nach Ostern findet das Pfingstfest statt. Daher auch der Name: Pfingsten leitet sich von dem griechischen Wort „pentekosté“, der Fünfzigste, ab. Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes, der den Aposteln erschienen sein soll. An Pfingsten wird die „Ausgießung“ oder „Entsendung“ des Heiligen Geistes gefeiert. Dieses Ereignis war der Ausgangspunkt für das missionarische Wirken der Jünger Jesu. Der Missionsauftrag ist ein zentraler Punkt im Christentum, der es zum Beispiel vom Judentum unterscheidet, das keine aktive Mission kennt.

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