Olympische Winterspiele: Ein Volk der Schlittentalente

Fast alle seine Goldmedaillen holte Deutschland in der Eisrinne. Woran das liegt, warum das noch nicht alles sein könnte und: „Klonk-Ouch!“ Der letzte Olympiatag



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Olympische Winterspiele: Laura Nolte und Deborah Levi feiern ihre Goldmedaille im Zweierbob.
Laura Nolte und Deborah Levi feiern ihre Goldmedaille im Zweierbob.
© Tiziana FABI /​ AFP/​Getty Images

Über Johannes Høsflot Klæbo. Er gewann den 50-Kilometer-Langlauf, das ist der Marcel-Proust-Roman unter den Wintersportdisziplinen. Zwischendurch nickt man weg, verpasst zwei Geburtstagsfeiern, aber es ist große Kunst. Dem Norweger genügten schlappe zwei Stunden und knapp sieben Minuten, bis er ankam. Klæbo hatte sich schon einen Kaffee gebrüht und die Maschine entkalkt, als der Deutsche Florian Notz mit sechseinhalb Minuten Rückstand als Zehnter ins Ziel schnaufte. Wo war Behle?

Der Sieg bedeutete Klæbos sechste Goldmedaille bei diesen Spielen, womit er neuer Rekordhalter bei Winterspielen ist. Den bisherigen Eric Heiden radierte er einfach aus den Geschichtsbüchern, ließ ihn wie einen Hobbysportler aussehen. Der Eisschnellläufer hatte sich 1980 in Lake Placid mit läppischen fünf Goldmedaillen zufriedengegeben. Gut, damals gab es in seinem Sport nicht mehr Disziplinen, aber Ausreden zählen nicht auf dem Olymp.