
Deutschland hat die Olympischen Winterspiele auf Platz fünf beendet. Die Athletinnen und Athleten des deutschen Teams holten achtmal Gold, zehnmal Silber und achtmal Bronze. Die insgesamt 26 Medaillen bedeuten eine weniger als bei den Winterspielen 2022 in Peking. Damals hatte Deutschland mit zwölfmal Gold hinter Norwegen noch den zweiten Platz im Medaillenspiegel erreicht. Häufiger als jeweils alle Podestplätze, nämlich 14-mal, belegten die Deutschen den undankbaren vierten Platz.
Gastgeber Italien holte zwei Goldmedaillen mehr als Deutschland und
beendete die Spiele auf Rang vier. Dritte wurden die Niederlande mit
ebenfalls zehn Goldmedaillen (aber einer Silbermedaille mehr als
Italien).
Die zweiterfolgreichste Nation waren die USA
mit zwölf Olympiasiegen. Die unangefochtene Spitzenposition des
Medaillenspiegels sicherten sich die Norwegerinnen und Norwegen mit 18 olympischen Goldmedaillen und 41 Medaillen insgesamt.
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Thomas
Weikert, zog dennoch ein positives Fazit. „Obwohl wir weniger Goldmedaillen haben als in China, ist das eine sehr gute Bilanz“, sagte der 64-Jährige im ZDF. Auch die 14 vierten Plätze in Norditalien könnten „sich sehen lassen“. Handlungsbedarf sieht Weikert trotzdem. „Klar ist immer Luft nach
oben. Insbesondere in den Fachbereichen müssen wir das analysieren“,
sagte er.
Athleten fordern Reformen
Auch Athletinnen und Athleten forderten angesichts der geringeren Medaillenausbeute Reformen. „Die Diskussion über das Abschneiden im Medaillenspiegel hat erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt: zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten, Nachwuchsmangel sowie hohe Eigenbeteiligungen in einigen Sportarten für Athletinnen und Athleten“, teilte der unabhängige Verein Athleten Deutschland mit.
Geschäftsführer Johannes Herber sagte: „Das Sportfördergesetz und die geplante Spitzensportagentur sind ein erster Schritt, um die Förderung stringenter und zielgerichteter zu gestalten.“ Gleichzeitig müsse die Bundesregierung zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen.
„Dazu gehört der Ausbau der sozialen Absicherung und eine deutliche Erhöhung der Basisförderung. 800 Euro Sporthilfe-Förderung sind als Mitglied des Olympiakaders entschieden zu wenig, um professionell und fokussiert Sport auf Weltspitzenniveau zu betreiben.“
