
Die TV-Quoten waren hoch. Und auch abseits der ZEIT-Sportredaktion werden bei uns fleißig Olympische Winterspiele geschaut. Wir haben mal unsere Kollegen gefragt, welche Sportarten es ihnen in Mailand und Cortina besonders angetan haben.
Curling ist der ultimative „Vielleicht könnte ich das
ja auch?“-Sport. Was natürlich Quatsch ist, nur wer sein Leben lang
trainiert und aus exotischen Orten wie Vällingby, Manitoba oder Füssen
stammt, wird es zu Olympischen Spielen schaffen. Ich schreibe diesen
Text, während ich mit einem Auge die Partie Norwegen gegen China
verfolge. Wir befinden uns im Extra-End, ein gelber und ein roter Stein
liegen im Haus, die Norweger haben den Hammer. Der chinesische Skip
spricht mit seinem Team, ich verstehe kein Wort, kann aber geometrische
Vermutungen anstellen: Wenn ich den Guard der Norweger im 14-Grad-Winkel
treffe, würde er seinen gelben Kollegen perfekt aus dem Haus
karambolieren? Vielleicht könnte ich auch schummeln, wie dieser
durchtriebene Kanadier? Den Chinesen versagen die Nerven, Norwegen
gewinnt, die Spieler verabschieden sich mit Handschlag, bedanken sich
für das Match. „Good game„, flüstere ich lippensynchron auf der Couch.
„Thank you. Good game.“ (Lars Spannagel)
