Olympia:: „Es ist einfach beschissen gerade“ – Abbruch und Buh-Rufe statt Bronze für Deutschland

Die Skisprung-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2026 sind chaotisch zu Ende gegangen. Die Jury brach die Premiere im Super Team zwei Springer vor Schluss wegen Schneefalls ab. Das deutsche Duo dürfte das eine Medaille gekostet haben. Am Ende fehlten 0,3 Punkte.

Zwei Springer warteten vergeblich. Der Österreicher Stephan Embacher und Kacper Tomasiak aus Polen wurden nicht mehr von der Schanze hinuntergelassen. Der Wettbewerb wurde kurz vor Ende des dritten und letzten Durchgangs bei starkem Schneefall abgebrochen. Damit wurde das Ergebnis nach zwei Durchgängen gewertet.

Die Skispringer Philipp Raimund und Andreas Wellinger verpassten somit eine nahezu sichere Medaille zum Olympia-Abschluss im Super Team knapp. Dem deutschen Duo fehlten nur 0,3 Punkte auf Bronze. Normalschanzen-Olympiasieger Raimund und Wellinger belegten auf der Großschanze in Predazzo den vierten Platz. Gold gewannen die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher. Silber sicherten sich Pawel Wasek und Kacper Tomasiak aus Polen, Bronze ging an das norwegische Duo Johann Andre Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal.

„Das ist extrem bitter. 0,3 ist gar nix“, sagte Wellinger enttäuscht: „So, wie das Ganze jetzt verlaufen ist… Ich bin mir sicher, dass der Philipp mit dem Sprung, den er jetzt noch gemacht hatte, wir noch aufs Podest gesprungen wären. Es ist einfach beschissen gerade.“

Raimunds weiter Satz zählt nicht

Raimund hatte mit einem weiten Satz im finalen Durchgang ein Zeichen gesetzt. Der kurz darauf bei immer stärker einsetzendem Schneefall gesprungene Norweger Johann Andre Forfang konnte die Leistung Raimunds nicht bestätigen. Doch der dritte Durchgang war am Ende nichts mehr wert – und nach dem zweiten Durchgang hatten dem deutschen Duo noch 0,3 Punkte auf Norwegen gefehlt.

Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.

„Es ist die Aufgabe der Jury, ist nicht meine Aufgabe. Ich habe alles gemacht, was ich konnte. Und dass es am Ende so knapp ist, tut weh“, sagte Raimund, dessen frenetischer Jubel über seinen gelungenen Sprung in Verärgerung überging.

Raimund dürfte die Winterspiele trotzdem in guter Erinnerung behalten. Der 25-Jährige war nach Italien gereist, ohne jemals im Weltcup gewonnen zu haben. Mit Gold fährt er wieder nach Hause.

lwö