Olympia, Curling: Die Lage ist aussichtslos, da hat der norwegische Skip eine spektakuläre Idee

Das Spiel um Bronze im olympischen Curlingturnier ist früh entschieden. Als klar ist, dass seine Mannschaft vorzeitig aufgeben muss, startet der norwegische Skip Magnus Ramsfjell eine Aktion, die selbst die Teamkollegen überrascht.

Die Schweizer, da waren sich alle alten und die vielen bei diesen Olympischen Winterspielen neu hinzugekommenen Experten einig, stellten das beste Team im Curlingturnier 2026. Neun Siege hatte die Mannschaft um Skip Yannick Schwaller in den neun Gruppenspielen erzielt.

Nur aufgrund einer herausragenden Tagesform der für Großbritannien antretenden Schotten hatten sie im Halbfinale ihre einzige Niederlage dieses Turniers hinnehmen müssen. 5:8 hieß es nach zehn Ends, und so fand sich die Schweiz überraschend im Spiel um Bronze statt im Endspiel wieder.

Auch gegen Norwegen, das sie bereits in der Gruppenphase mit 10:4 geschlagen hatten, machte sich der Qualitätsunterschied schnell bemerkbar. 4:1 hieß es bereits nach fünf Ends, die Schweiz hielt zudem den Hammer, das Recht des letzten Steins. Die Norweger waren schlichtweg chancenlos, und als die Eidgenossen im achten End auf 6:1 erhöhten, stellte sich die Frage, ob die Skandinavier das einseitige Duell überhaupt noch bis ins letzte End fortführen wollen würden.

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Zum neunten End traten sie noch einmal an, doch das Wunder sollte ausbleiben. Die Schweizer dominierten auch diesen Durchgang nach Belieben und machten selbst die letzten theoretischen Hoffnungen zunichte.

Ramsfjell dreht eine Pirouette

Es gab schlichtweg keine Möglichkeit mehr, um noch mal ein Highlight zu setzen. Oder doch? Magnus Ramsfjell hatte offenbar eine Idee. Als der norwegische Skip seinen letzten Stein nahm und sich zur Abgabe bereit machte, ahnte niemand außer ihm, was nun kommen würde. Nicht mal seine Mitspieler.

Ein Teamkollege markierte seinem Kapitän mit dem Besen noch pflichtbewusst das Ziel, dann stieß sich Ramsfjell ab – und vollführte auf dem Weg zur Hog Line eine 360-Grad-Drehung auf dem Eis, ehe er seinen Stein noch rechtzeitig losließ. Der Norweger reagierte auf die Ausweglosigkeit mit Kunst. Würde es im Curling eine B-Note geben, die Norweger hätten glatt noch Bronze geholt.

Dass sein Stein sogar noch einen Schweizer Stein aus dem Haus beförderte, lag allerdings allein an seinem Mannschaftskollegen, der den Stein mit seinem Besen auffällig unauffällig in der richtigen Spur gehalten hatte. Auch das war noch mal einen Lacher wert. Zum zehnten End, man ahnt es, kam es dann nicht mehr. Die Norweger gratulierten ihren Gegnern fair zum dritten Platz.

Die Curling-Wettbewerbe lieferten damit noch mal einen sympathischen Höhepunkt, nachdem es in den zwei Wochen im Cortina Curling Olympic Stadium zu zahlreichen Kuriositäten und bunten Geschichten gekommen war.

Unvergessen der Streit, als der Schwede Oskar Eriksson den dem Kanadier Jack Kennedy Betrug vorgeworfen hatte. Ebenso der 18 Monate alte River, Spross des Schweizer Curling-Paares Schwaller, der als „Curling Baby“ in den ersten Olympiatagen für Aufsehen gesorgt hatte.

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