
Trotz einer weiteren sportlichen Enttäuschung bei den Olympischen Winterspielen winkte Franziska Preuß nach dem letzten Rennen ihrer Biathlonkarriere lachend ins Publikum. Die Ausnahmesportlerin belegte nur Platz 28 nach sieben Strafrunden im Massenstart über 12,5 Kilometer in Antholz. Damit verpasste sie die erhoffte Einzelmedaille deutlich.
Stattdessen setzte Océane Michelon die Erfolgsserie der französischen Biathletinnen in Antholz fort und gewann Gold vor Teamkollegin Julia Simon und der Tschechin Tereza Voborníková. Es waren bereits das sechste Gold und die Medaillen Nummer 12 und 13 der Skijäger der Équipe Tricolore. Beste Deutsche im Massenstart war Vanessa Voigt, die bis zum letzten Schuss sogar von einer Medaille träumen durfte. Doch die Strafrunde wegen des einzigen Fehlschusses bedeutete am Ende Platz sieben für die Thüringerin. Janina Hettich-Walz belegte Platz 17.
Preuß: „Es fühlt sich gut an“
Als bei Schneefall der Startschuss in der Antholz Biathlon Arena erfolgte, waren alle Augen auf Preuß gerichtet. Viele Hände musste die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison schütteln, äußerlich locker nahm sie ihr letztes Rennen mit der Startnummer 13 in Angriff. „Es fühlt sich gut an. Ich freue mich auf das Rennen, genauso wie auf das Ende vom Rennen. Ich versuche nicht allzu viel darüber nachzudenken, was dann ist, sondern jeden Moment bewusst wahrzunehmen. Denn das wird es nicht mehr geben“, sagte Preuß der ARD.
Doch ihre Misere am Schießstand blieb Preuß auch im letzten Rennen treu. Ein Fehler im ersten Liegendschießen, ein weiterer beim zweiten – der Traum von einer Medaille war quasi schon vor der Halbzeit dahin. Und es kam noch schlimmer. Beim ersten Stehendschießen folgten weitere vier Patzer. Danach war es für die 31-Jährige nur noch eine lockere Abschiedstournee durch die italienische Winterlandschaft.
Karriereende direkt nach Olympia
Preuß hatte am Freitag angekündigt, nur noch den Massenstart zu bestreiten und anschließend sofort zurückzutreten. Die Bayerin nimmt nicht mehr an den verbleibenden drei Weltcups in Estland, Finnland und Norwegen teil. Damit verliert das deutsche Team die erfolgreichste Biathletin der vergangenen Jahre. In der vergangenen Saison hatte sie den Gesamtweltcup erstmals gewonnen und sich in der Schweiz zur Weltmeisterin in der Verfolgung gekrönt.
Die Hoffnung, dass es auch bei Olympia ähnlich glänzend läuft, erfüllte sich aber nicht. Bronze mit der Mixedstaffel war ein starker Auftakt, doch ihre Schwäche beim Stehendschießen kostete weitere Medaillen. Im Einzel und der Verfolgung war die Chance da, doch Fehler im letzten Schießen verhinderten den Sprung aufs Podium. Der bitterste Moment in Südtirol war eine Strafrunde in der Staffel. Anstatt einer Medaille gab es nur Rang vier.
„Die letzten Wochen hier in Antholz bei Olympia sind definitiv nicht so verlaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte und wofür ich nach dem Gewinn des Gesamtweltcups noch einmal so hart gearbeitet habe“, hatte Preuß vor dem Start gesagt. „Ich habe immer hundert Prozent gegeben. Aber im Moment merke ich, dass ich diese hundert Prozent für die letzten Weltcupstationen nicht mehr aufbringen würde.“ Deshalb ziehe sie „jetzt ganz bewusst und konsequent einen Schlussstrich“.
Verfolgen Sie alles Wichtige zu den Olympischen Winterspielen in unserem Liveblog.
