

Die neue Gondelbahn von Cortina d’Ampezzo zum Skigebiet Socrepes mit den olympischen Pisten auf der Tofane wird nicht bis zur offiziellen Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele am 6. Februar fertiggestellt werden. Wie aus einem Schreiben des Bauträgers an das Organisationskomitee vom Wochenende hervorgeht, verzögern Sicherheitstests und Probleme beim automatischen Schließmechanismus der aus der Türkei gelieferten Gondeln die Bauarbeiten.
Allenfalls könne die neue Anlage bis zum 12. Februar in Betrieb genommen werden, wenn auf der Tofane das Super-G-Rennen der Frauen ausgetragen wird. Der Abfahrtslauf der Frauen findet bereits am 8. Februar statt, die Trainingsläufe vom 5. bis zum 7. Februar. Auch für den Kombinationswettbewerb am 10. Februar dürfte die Gondelbahn nicht zur Verfügung stehen, sollten die technischen Schwierigkeiten nicht zu Wochenbeginn überwunden werden.
Von Beginn an von Kontroversen begleitet
Wie italienische Medien berichten, sollen die Schulen in Cortina d’Ampezzo möglichst vom 10. bis zum 12. Februar geschlossen werden, um den öffentlichen Nahverkehr an den kritischen Tagen der Olympischen Spiele zu entlasten. Mit der neuen Seilbahn vom Stadion Apollonio nach Socrepes hätten Athletinnen und Zuschauer zu den Wettbewerbsstätten auf der Tofane gebracht werden sollen. Deren Transport muss nun wohl mit Autos und Bussen bewerkstelligt werden.
Der Bau der Seilbahn von Apollonio nach Socrepes wurde von Beginn an von Kontroversen begleitet. Während der Bauarbeiten geriet der Hang nahe der Mittelstation Mortisa ins Rutschen, ein etwa dreißig Meter langer Riss tat sich auf.
Die marktführenden Unternehmen Leitner und Doppelmayr hatten sich wegen der Kürze der Bauzeit und angesichts der geologischen Unwägbarkeiten des Geländes nicht an den Ausschreibungen für das Projekt beteiligt. Der Zuschlag wurde schließlich dem Unternehmen Graffer erteilt, das bisher nicht über Erfahrung im Bau von Seil- und Gondelbahnen verfügt.
Die Seilbahn besteht aus der Talstation Apollonio, der Mittelstation Mortisa und der Bergstation Socrepes. Die Zug- und Trageseile werden über zehn Pylonen geführt, die fünfzig Kabinen verfügen über eine Kapazität von 2400 Personen pro Stunde. Kritisiert wurde das umstrittene Projekt auch deshalb, weil bisher keine Parkmöglichkeiten an der Talstation geplant sind. Ob für die Zeit nach den Olympischen Winterspielen und den Paralympics im März Bedarf für eine zusätzliche Gondelbahn besteht, ist ebenfalls zweifelhaft.
