
Mit einem besonderen Helm will ein Skeleton-Pilot aus der Ukraine bei Olympia an den Krieg in seiner Heimat erinnern. Das IOC sieht darin einen Regelverstoß. Außerdem: Die Ursache für die kaputten Medaillen ist gefunden. Alle News im Olympia-Ticker.
Vom 6. bis zum 22. Februar finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Rund 2900 Sportlerinnen und Sportler aus 90 Nationen kämpfen in 116 Wettbewerben um die Medaillen. Bleiben Sie mit dem WELT-Liveticker stets auf dem Laufenden über alles Wissenswerte von Olympia:
14.59 Uhr: Biathlet Nawrath Fünfter im Einzel von Antholz
Zwei Tage nach Bronze mit der Mixed-Staffel sind die deutschen Biathleten im ersten Einzelrennen knapp leer ausgegangen. Philipp Nawrath schaffte es als Bester eines deutschen Quartetts im Einzel auf den fünften Platz. Nach 20 Kilometern und lediglich einer Strafminute hatte der 32-Jährige aus Nesselwang 1:31,5 Minuten Rückstand auf den fehlerfreien Olympiasieger Johan-Olav Botn aus Norwegen.
Silber und Bronze gingen an Eric Perrot aus Frankreich und Sturla Holm Laegreid aus Norwegen. Beide leisteten sich einen Fehler. Nawrath hatte am Sonntag mit der Mixed-Staffel bereits die Bronzemedaille gewonnen, verpasste es nun aber durch seinen Schießfehler, sich gleich noch mal zu belohnen.
14.50 Uhr: Deutsches Ski-Duo schrammt um 0,05 Sekunden an Gold vorbei
Die deutschen Skirennfahrerinnen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann haben Silber in der olympischen Team-Kombination gewonnen. Für Aicher ist es schon die zweite Medaille bei den Winterspielen in Italien, nachdem sie in der Abfahrt am Sonntag zu Silber gerast war. Am Ende fehlten den zwei Ski-Assen nur 0,05 Sekunden auf Gold.
Hier finden Sie den ausführlichen Bericht:
14.37 Uhr: Deutschlands Eishockey-Frauen für Viertelfinale qualifiziert
Deutschlands Eishockey-Frauen sind bereits vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Gastgeber Italien für das Viertelfinale qualifiziert. Da Konkurrent Japan an diesem Dienstagmittag gegen Gruppensieger Schweden 0:4 (0:1, 0:2, 0:1) verlor, ist das deutsche Team nicht mehr aus den Top drei der Gruppe zu verdrängen. Deutschland hatte am Montag 2:1 nach Verlängerung gegen Frankreich gewonnen.
Das Team von Trainer Jeff MacLeod spielt damit am Freitag entweder gegen die USA oder Kanada. Beide Teams gelten als Top-Favoriten auf die Goldmedaille. Die deutschen Frauen sind erstmals seit 2014 wieder bei Olympischen Winterspielen dabei.
14.10 Uhr: Langlauf-König Klaebo feiert nächstes Gold
Der norwegische Ausnahmesportler Johannes Hoesflot Klaebo hat im zweiten Langlauf-Rennen sein zweites Gold dieser Winterspiele geholt. Der 29-Jährige siegte im Sprint souverän und konnte sich auf der Zielgeraden fast schon provokant viel Zeit lassen. Er gewann vor dem US-Amerikaner Ben Ogden und dem norwegischen Bronzegewinner Oskar Opstad Vike.
14.01 Uhr: Haus durch Bomben zerstört – Tränen bei Ukrainerin Schkatula
Sofija Schkatula kamen nach dem Sprintrennen im Skilanglauf die Tränen. „Es ist einfach nur traurig“, sagte die 18 Jahre alte Ukrainerin. Ihr Elternhaus in der Sumy Region Nähe der russischen Grenzen sei während des russischen Angriffskriegs komplett zerstört, erklärte sie. Bei Olympia im italienischen Tesero lief sie im Sprint gegen eine russische und eine belarussische Athletin.
„Es ist sehr merkwürdig“, sagte Schkatula emotional. „Russland bombardiert weiterhin meine Heimat, meine Freunde, meine Familie. Es ist weiterhin nicht einfach, sich hier auf den Sport zu konzentrieren“, erklärte sie. Gleichzeitig betonte sie, dass ihre Wut nicht gegen die Olympiateilnehmerinnen und Teilnehmer aus Russland oder auch Belarus gerichtet ist. „Sie können nichts dafür“, erklärte sie. Das Internationale Olympische Komitee erlaubt Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus, wie schon bei den Olympischen Spielen in Paris 2024, als individuelle neutrale Athleten anzutreten.
14.00 Uhr: Rydzek und Gimmler im Halbfinale raus
Coletta Rydzek und Laura Gimmler haben eine Olympia-Medaille im Skilanglauf verpasst. Die beiden Oberstdorferinnen schieden als beste Deutsche im Sprint im italienischen Tesero im Halbfinale aus. Zur Olympiasiegerin krönte sich die Schwedin Linn Svahn. Silber ging an Jonna Sundling, Bronze sicherte sich Maja Dahlqvist – beide ebenfalls aus Schweden.
Rydzek und Gimmler zählten nicht zu den Topfavoritinnen, hätten bei optimalem Wettbewerbsverlauf aber durchaus um Edelmetall kämpfen können. „Ich war jetzt viermal in Folge im Finale. Klar will man bei Olympia dann auch ins Finale“, sagte Gimmler. Auch Rydzek, die von ihrem Bruder und Kombinierer Johannes Rydzek unterstützt wurde, sagte: „Das Ziel war heute schon, im Finale zu stehen und bestmöglich mitzukämpfen.“ Sie war in dieser Saison im Weltcup im Einzel-Sprint bereits zweimal auf das Podest gelaufen – allerdings immer in der freien Technik. Bei Olympia werden die Sprintrennen im Freistil absolviert. In dieser Technik schaffte es Gimmler in diesem Winter im Weltcup einmal im Einzel auf das Podest.
13.49 Uhr: Medaillen-Pannen – Olympia-Macher finden Ursache
Die Ursache für die Medaillen-Pannen ist nach Angaben der Organisatoren gefunden. „Wir haben uns sofort zielgerichtet darum gekümmert, es gibt eine Lösung. Jetzt wird es Maßnahmen geben“, sagte ein Sprecher des Organisationskomitees, ohne Details zu nennen. Alle Sportlerinnen und Sportler, die Probleme mit ihren Medaillen haben, seien eingeladen, diese zur Reparatur einzureichen. „Wir fühlen uns verpflichtet, dass die Medaillen die höchsten Qualitätsstandards erfüllen“, sagte der Sprecher.
Bei mehreren Olympioniken wie der US-Abfahrtsolympiasiegerin Breezy Johnson, dem deutschen Biathleten Justus Strelow und der schwedischen Langläuferin Ebba Andersson war die Medaille während ihrer Jubelaktionen vom Band gerissen. Auch die Eisschnellläuferin Jutta Leerdam hatte offenbar dasselbe Problem. Auf einem Tiktok-Video hält sie zunächst freudig ihre Medaille in die Kamera, ehe sie plötzlich ausruft: „Ich habe sie kaputt gemacht.“
12.38 Uhr: IOC macht bei Ukrainer nur eine Ausnahme
Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch darf einen Helm mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen nicht mehr tragen. Der Kopfschutz widerspreche den Regeln der Olympischen Charta, sagte ein Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und verwies auf sein Regelwerk für politische Botschaften. Heraskewytsch dürfe jedoch ausnahmsweise im Wettbewerb ein schwarzes Armband tragen und in Interviews danach seine Meinung frei äußern.
Vorausgegangen sei ein Treffen mit dem Trainer des Athleten und der ukrainischen Delegation. Heraskewytsch hatte den Helm im Training auf der Olympia-Bahn in Cortina d’Ampezzo getragen und später einen offiziellen Antrag beim IOC gestellt, um eine Erlaubnis für den Kopfschutz zu erhalten. Der Helm sei „eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte der 27-Jährige. Auf dem Helm sind die Bilder von rund einem halben Dutzend Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion.
11.37 Uhr: Forfangs traurige Winterspiele – „Ganzen Tag nur geweint“
Johann André Forfang trauert. „Es war eine ganz besondere Vorbereitung. Ich habe eigentlich den ganzen Tag nur geweint“, sagte der norwegische Skispringer. Vor seinem Olympia-Wettkampf in Predazzo hörte er eine Playlist, die er zusammen mit seinem kürzlich verstorbenen Vater hatte. „Ich habe noch nicht so viele Wettkämpfe bestritten, ohne dass er da war. Es ist sehr schwer und speziell“, sagte Forfang der norwegischen Boulevardzeitung „Dagbladet“.
Beim Olympiasieg von Philipp Raimund belegte er den neunten Platz. Das Ergebnis tritt angesichts seines Schicksalsschlags völlig in den Hintergrund. Mit extra beschriftetem Handschuh gedachte der 30-Jährige im Auslauf seinem Vater, der im Alter von 68 Jahren einer Krebserkrankung erlag. Die Beerdigung soll erst nach den Winterspielen stattfinden. „Ich bin erleichtert, dass ich mich nicht zwischen den Olympischen Spielen und der Beerdigung entscheiden musste“, sagte Forfang dem norwegischen Sender NRK.
10.45 Uhr: Doppeltes Geld für Medaillen – NRW erhöht Olympia-Prämien
Das Land Nordrhein-Westfalen baut seine Förderung für Athleten bei Olympischen und Paralympischen Spielen aus. Ab den derzeit in Italien laufenden Olympischen Winterspielen erhöht das Land die Teilnahmeprämie für Sportler aus NRW von bislang 3500 auf 5000 Euro und verdoppelt die Prämie für Medaillengewinne, wie die Landesregierung mitteilte.
Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hatte ihre Prämien für Olympia-Medaillen vor den Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo erhöht. Für eine Goldmedaille werden 30.000 Euro gezahlt, für Silber 20.000 Euro und für Bronze 10.000 Euro. Medaillengewinner aus Nordrhein-Westfalen erhalten diese Beträge nun zusätzlich noch einmal in der gleichen Höhe vom Land. 13 Athletinnen und Athleten aus NRW nehmen derzeit an den Winterspielen teil.
8.13 Uhr: Die Botschaft des Terminators an Speed-Queen Vonn
Nach dem schweren Abfahrtssturz hat Lindsey Vonn aufbauende Worte von Arnold Schwarzenegger bekommen. „Lindsey wird von Olympia nicht mit einer Medaille heim fahren. Sie wird mit dem Herz eines Champions heimkehren“, schrieb der Schauspieler in den sozialen Medien. „Danke Arnie“, antwortete die schwer verletzte Skirennfahrerin in der Nacht auf der Plattform X. Die 41-Jährige war am Sonntag bei der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo gestürzt und hatte sich einen komplizierten Schienbeinbruch zugezogen.
Schwarzenegger zeigte großen Respekt für sie. „Ich hoffe, sie weiß, dass sie uns allen einen großen Dienst erwiesen hat“, schrieb er: „Sie hat gezeigt, dass Erfolgreichsein bedeutet, sich auf dem schmalen Grat zwischen Sieg und Niederlage wohlzufühlen. Sie hat uns daran erinnert, dass Scheitern in einer wichtigen Sache besser ist, als zu einer dieser kalten und ängstlichen Seelen zu werden. Sie hat uns gezeigt, wie man lebt, nicht nur existiert. Dafür gibt es keine Medaille. Die größten Siege des Lebens feierst du in dir selbst.“ Als die US-Skirennfahrerin stürzte und mit dem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen wurde, habe Schwarzenegger sofort die Kritiker vernommen. „Die Hater waren in voller Stärke da draußen“, schrieb er. Diese aber hätten nie etwas Großes versucht, sondern lebten in Mittelmäßigkeit. „Natürlich bricht einem dann seltener das Herz, aber da ist doch auch keine Freude im Leben.“
