Olympia 2026: Deutsche Rodler gewinnen Gold in Team-Staffel

Bei der Getränkefrage unterschieden sie sich: „Heute nur Bier“, kündigte Max Langenhan an. „Heute nur Aperol“, konterte Julia Taubitz. Doch so oder so: Die deutschen Rodlerinnen und Rodler hatten am Schlusstag ihrer olympischen Wettbewerbe in Cortina d’Ampezzo abermals Grund zum Feiern.

In der Teamstaffel, die erstmals bei Olympischen Winterspielen aus vier Elementen bestand, setzten sich die Einzel-Olympiasiegerin Taubitz und der Einzel-Olympiasieger Langenhan gemeinsam mit den Doppel-Teams Dajana Eitberger/Magdalena Matschina sowie Tobias Wendl/Tobias Arlt überlegen durch und rasten zu Gold.

Deutschland vor Österreich und Italien

In der Addition der vier Fahrten fuhren die Vertreter von Team Deutschland einen satten Vorsprung von 0,542 Sekunden auf Österreich heraus. Bronze ging an Italien (+0,849). Deutschland, Österreich, Italien – das sind auch die drei Nationen, die den internationalen Rodelsport dominieren und zusammen 13 der 15 Rodelmedaillen in Cortina gewannen.

In der Teamstaffel waren gerade mal neun Mannschaften gemeldet, und das Leistungsgefälle zu den mitfahrenden Teams auf den hinteren Plätzen war enorm. Der Rückstand von Rumänien auf Platz neun betrug schon 8,259 Sekunden.

Tobias Wendl und Tobias Arlt als erfolgreichste Wintersportler

Rodel-Altmeister Felix Loch, guter Freund von Heraskewytsch, bedauerte dessen Ausschluss – zugleich freute er sich mit seinen Teamkollegen über deren Erfolg und verneigte sich vor allem vor zwei Sportlern, die aus dem Sextett der Siegreichen noch herausragten.

Die erfolgreichsten Wintersportler der Welt: Tobias Wendl und Tobias Arlt haben sieben Goldmedaillen gemeinsam gewonnen
Die erfolgreichsten Wintersportler der Welt: Tobias Wendl und Tobias Arlt haben sieben Goldmedaillen gemeinsam gewonnenEPA

Tobias Wendl und Tobias Arlt, die „Doppel-Tobis“, wie sie in der Szene genannt werden, haben am Abend ihre siebte olympische Goldmedaille gewonnen. Gemeinsam siegten sie 2014, 2018 und 2022 im Doppelsitzer und sicherten sich in Cortina am Mittwoch noch einmal Bronze – nachdem sie zuvor noch in einer Nachtschicht Probleme an den Schienen ihres Schlittens beseitigt hatten.

Zusammenhalt von Team Deutschland

Im Teamwettbewerb, der seit 2014 auf der olympischen Agenda steht, gewann bislang ausschließlich Deutschland, und immer waren Wendl/Arlt beteiligt. „Unser letzter Olympialauf war noch mal richtig schön“, sagte Arlt nach dem Rennen, womit er zwar nicht das Karriereende, aber den Abschluss ihrer olympischen Laufbahn erklärte: „Das ist der krönende Abschluss. Wir genießen jetzt den Moment.“

Thomas Weikert, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der im sicheren Instinkt des Sportfunktionärs an der Rodelstrecke parat stand, als es Gold zu feiern gab, schwärmte von einer „Lebensleistung“ der beiden Rodel-Ikonen. „Die gesamte Mannschaft verneigt sich vor euch“, sagte Weikert.

Den Zusammenhalt von Team Deutschland repräsentierten auch die Skirennläuferinnen Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher, die zu den Mitfeiernden an der Rodelbahn gehörten. Beide hatten vor zwei Tagen ebenfalls gemeinsam Silber in der alpinen Team-Kombination gewonnen, waren an diesem Donnerstag im Super-G aber jeweils ausgeschieden.

Im Staffelwettbewerb bei den Rodlern gab es dagegen keinen Wackler, keinen Zweifel. Alle vier Fahrten der Deutschen erschienen annähernd makellos. Julia Taubitz als erste Fahrerin legte in 55,633 Sekunden eine Bestzeit vor, Wendl/Arlt (55,219) bauten die Führung aus. Langenhan (54,691) fuhr anschließend die beste Solozeit des Abends. Und Dajana Eitberger sowie Magdalena Matschina (56,129) stellten bei der erstmaligen Aufnahme des Frauendoppels in die Teamstaffel den Goldgewinn mit einer makellosen Fahrt und einem beherzten Schlag auf den Zielbuzzer sicher.