Öko-Test knabbertNur diese Erdnüsse sind „ungenügend“
09.01.2026, 18:54 Uhr
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Freitagabend, es ist bitterkalt. Jetzt auf die Couch. Gerne auch mit etwas Knabberzeug. Erdnüssen zum Beispiel – geröstet und gesalzen. Vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Was laut einer Untersuchung von Öko-Test auch meist der Fall ist. Nur ein Produkt fällt unangenehm auf.
Erdnüsse sind ziemliche Kalorienbomben, aber in Maßen auch gesund. 100 Gramm von ihnen bringen es auf satte 600 Kalorien. Besonders geröstet und gesalzen werden sie dennoch auch gerne in größeren Mengen verzehrt. Im Gegensatz zu Chips und Salzstangen liefern sie aber auch Mineralstoffe wie Magnesium und einen hohen Eiweißgehalt. Was Erdnüsse als gelegentliche Sünde dann doch eher verzeihlich macht.
Was voraussetzt, dass die Ware nicht mit Schadstoffen belastet ist. Das ist bei den allermeisten der 21 gesalzenen und gerösteten Erdnuss-Artikel zwischen 0,82 und 3,97 Euro pro 200 Gramm im Öko-Test auch der Fall. Diese wurden von den Testern bei Discountern, Super- und Biomärkten eingekauft.
In einem spezialisierten Labor ließen die Tester den Salzgehalt aller Produkte bestimmen und überprüften, ob und wie weit er vom auf der Packung deklarierten Salzgehalt abweicht. Außerdem wurde die Knabberware auf Rückstände von Mineralölbestandteilen und Bisphenol A (BPA) analysiert. Unauffällig verlief die Untersuchung auf verschiedene Aflatoxine: Das sind Schimmelpilzgifte, die typischerweise während der Ernte oder Lagerung der Nüsse entstehen können.
Ergebnis? Nur ein Produkt fällt wegen Mineralölrückständen (MOSH/MOSH-Analoga) und der Industriechemikalie Bisphenol A mit „ungenügend“ durch: die „Bravo Erdnüsse geröstet & gesalzen„ von Penny. Erstere Schadstoffe lagern sich im menschlichen Fettgewebe und manchen Organen ab und deren Auswirkungen sind in den Augen von Öko-Test noch nicht hinreichend erforscht, um ignoriert zu werden.
Salz wurde im Test nicht abgewertet
Das zweite Problem der Bravo-Erdnüsse: Das Labor hat dort die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA) gefunden, und zwar ebenfalls in aus der Sicht der Tester „stark erhöhtem“ Gehalt. BPA ist in der EU unter anderem als reproduktionstoxisch eingestuft und kann schon in geringen Mengen das Immunsystem beeinträchtigen.
Und es gibt noch ein Thema, das die eigentlich schöne Nährstoffbilanz der Erdnüsse trübt: Salz. Denn dauerhaft kann zu hoher Salzkonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen – das ist bekannt. Trotzdem wurde Salz in diesem Test nicht abgewertet: Die meisten Erdnüsse bleiben mit Salzgehalten von einem Prozent oder weniger in einem relativ moderaten Bereich. Brot beispielsweise liegt zwischen ein und zwei Prozent. „Die Tegut Erdnüsse geröstet & gesalzen“ („befriedigend“) enthalten angeblich weniger Salz als alle anderen Produkte im Test, nämlich nur 0,78 Prozent – so steht es zumindest auf der Verpackung. Nur: Im Labor stellte sich heraus, dass der gemessene Salzgehalt mehr als dreifach so hoch war.
Im Großen und Ganzen war es das aber auch schon mit den Beanstandungen. Infolgedessen wurden 15 Produkte für „sehr gut“ befunden. Unter anderem die günstigen „Gut & Günstig Erdnüsse geröstet, gesalzen“ von Edeka für 0,82 Euro und die „Clarkys Erdnüsse geröstet & gesalzen“ von Netto für 0,92 Euro pro 200 Gramm.
