
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner
hat vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk mehr politische
Liveberichterstattung und Selbstreflexion gefordert. „Ich verteidige
den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber er muss sich auch Fragen
stellen lassen. Nach der Effizienz, der Neutralität, der
Ausgewogenheit“, sagte sie der Bild am Sonntag.
Schwierig werde es, „wenn die veröffentlichte Meinung sich immer mehr von der öffentlichen Meinung verabschiedet“. Klöckner
forderte, dass sich ARD und ZDF regelmäßig selbst hinterfragen müssten.
„Da muss es dann auch eine selbstreflektierende Korrektur geben“, sagte
die 53-Jährige.
Die CDU-Politikerin sprach sich für mehr
politische Liveberichterstattung aus. „Ich freue mich, wenn der
öffentlich-rechtliche Rundfunk es sehr ernst nimmt, auch
Bundestagsdebatten zu übertragen“, sagte sie. „Manchmal sind
Bundestagsdebatten von der Relevanz her für die Bevölkerung wichtiger
als manche Sendung aus der Konserve.“
Klöckner hat sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk gezeigt. Kurz nach ihrer Wahl als Bundestagspräsidentin hatte sie im vergangenen Jahr auf Instagram ein Reel eines anderen Accounts geteilt, in dem sich der Nutzer darüber freute, dass Friedrich Merz die ZDF-Journalistin Dunja Hayali in einem Interview „fertiggemacht“ habe. Dafür bekam sie viel Kritik.
