Bayern Münchens Basketballer können ein grünes Häkchen unter ihre Schlüsselpersonalie setzen. Der Welt- und Europameister Andreas Obst bleibt beim deutschen Meister, nach übereinstimmenden Medienberichten verlängert der 29-Jährige seinen im Sommer auslaufenden Vertrag um mehrere Jahre. Obst spielt seit 2021 bei den Bayern und wurde mit ihnen je zweimal Pokalsieger und zweimal deutscher Meister. In diese Zeit fallen auch seine größten internationalen Erfolge, EM-Bronze (2022), WM-Gold (2023) und EM-Gold (2025).
Der Dreierschütze und Münchner Topscorer Obst war einer der Baumeister dieser kaum für möglich gehaltenen Medaillenserie der deutschen Nationalmannschaft, auch deswegen weckte er Begehrlichkeiten anderer Klubs. Über einen Wechsel in die NBA wurde immer wieder spekuliert, Obst hatte nach SZ-Informationen außerdem Angebote mehrerer namhafter Euroleague-Klubs. Doch nun hat sich der 1,91 Meter große Shooting Guard aus Halle an der Saale dafür entschieden, den Münchnern treu zu bleiben. Der Grund: Obst spürt großes Vertrauen im Klub und in der Mannschaft, außerdem planen die Verantwortlichen, den Kader um ihn herum zu formieren. Sein künftiges Jahressalär dürfte ebenfalls ein gutes Argument für Obsts Entscheidung gewesen sein, die Klubbosse hatten schon zuvor keinen Hehl daraus gemacht, alle Hebel in Bewegung setzen zu wollen, um seinen Weggang zu verhindern. „Wir werden uns anstrengen, ihn lange hier in München zu halten“, sagte der FC-Bayern-Präsident Herbert Hainer, der Obst adelte: „Er ist eine Identifikationsfigur, einer der besten deutschen Spieler und einer der besten Drei-Punkte-Schützen der Euroleague.“

:Im Weltmeisterland tun sich Lücken auf
Dass die besten deutschen Basketballer regelmäßig die Bundesliga verlassen, ist nicht zu verhindern. Dass nun auch die besten Talente meist an US-Colleges wechseln, ist für den Betrieb hierzulande eine Katastrophe – das zeigt sich auch im Nationalteam.
Obst, der am Zenit seiner Profilaufbahn angekommen ist, fühlte sich von solch lobenden Worten zuletzt geschmeichelt, aus seinen Antworten ließ sich schon herauslesen, dass er gerne in München bleiben würde: „Das bedeutet mir sehr viel. Es ist meine fünfte Saison hier, ich habe mich immer mit dem FC Bayern verbunden gefühlt, mich unglaublich identifiziert. Vom Präsidenten persönlich solche Worte zu bekommen, ist umso schöner.“
Künftig dürfte Obst nicht nur das Gesicht der Bayern-Basketballer sein, sondern der gesamten Bundesliga, der die deutschen Nationalspieler und Identifikationsfiguren zuletzt mehr und mehr abhandenkamen. Sein Verbleib in München ist auch ein starkes Zeichen an die Euroleague-Konkurrenz, dem FC Bayern nicht jeden Schlüsselspieler entreißen zu können. Anders als beispielsweise 2024 bei Isaac Bonga, einem weiteren deutschen Welt- und Europameister, der damals zu Partizan Belgrad wechselte.
Obst versteht sich nicht mehr nur als zuverlässiger Werfer von der Dreierlinie, sondern als aggressiver Taktgeber, als Spielversteher, der auch in der Defensive eine wichtige Rolle übernimmt. Das Spiel sei strukturierter, seit Svetislav Pesic den Trainerjob bei den Bayern an Weihnachten vom am Ende glücklosen Gordon Herbert übernommen habe, die Kommunikation klarer, die Rollen besser verteilt. „Das kommt bei uns gut an“, sagt Obst. Wenn Pesics Amtszeit im Sommer endet, wird er der neue Fixstern bleiben.
