Norovirus: Symptome, Ansteckung und Inkubationszeit

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Norovirus: Was schützt vor der heftigen Magen-Darm-Infektion? (7 Min)

Stand: 03.03.2026 21:44 Uhr
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Das Norovirus ist eine der häufigsten Ursachen für Magen-Darm-Infekte mit Symptomen wie Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Das Risiko für Ansteckung ist hoch. Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden.

von Lucia Hennerici

Das Norovirus ist ein hoch ansteckender Erreger und die Übertragung ist per Schmierinfektion von Mensch zu Mensch möglich. Beim Umgang mit Infizierten kommt es daher besonders auf Hygiene und Handhygiene an. Grundsätzlich haben Erkrankte vor allem mit Symptomen wie Durchfall und Erbrechen zu kämpfen, die meist mehrere Tage anhalten. Besonderes Risiko besteht daher für Dehydration (Flüssigkeitsmangel) und Elektrolytverlust durch die Erkrankung. Kinder, ältere Menschen (über 65 Jahre) und Immungeschwächte sind bei Magen-Darm-Infekt durch Norovirus (Gastroenteritis) besonders gefährdet für einen schweren Verlauf.

Norovirus: Symptome für den Magen-Darm-Virus

Typische und begleitende Symptome bei einer Infektion durch den Norovirus sind:

Kinder leiden tendenziell etwas häufiger an Erbrechen als an Durchfall, während Erwachsene eher stärker von Durchfall betroffen sind. Die Beschwerden dauern in der Regel zwischen einem und drei Tagen an.

Inkubationszeit bei Ansteckung mit dem Norovirus

Die Inkubationszeit der Infektion, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Symptome, ist beim Norovirus recht kurz: in der Regel treten die typischen Symptome 12 bis 48 Stunden nach der Ansteckung auf. Seltener schon nach sechs Stunden oder erst nach bis zu drei Tagen. Normalerweise dauert die Erkrankung nur wenige Tage an und vor allem Brechdurchfall (gleichzeitiges Auftreten von Durchfall und Erbrechen), der Patientinnen und Patienten körperlich stark schwächen kann, ist in der Regel nach spätestens drei Tagen überstanden.

Ansteckung: So überträgt sich ein Norovirus

Noroviren werden meist per Schmierinfektion übertragen: Die Erreger werden also entweder durch Hautkontakt von Mensch zu Mensch weitergegeben oder durch Kontakt von einem Menschen mit einem kontaminierten Objekt (beispielsweise ein Türgriff, Wasserhahn im Bad oder Ähnliches, an dem Noroviren haften). Von der Hand gelangen Viren leicht in Gesicht und Mund und so in den Körper des nächsten Wirtes für eine Infektion. Um das zu vermeiden ist Handhygiene essenziell – besonders für Betroffene, um das Virus nicht weiterzugeben.

Auch über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel (vor allem rohe Lebensmittel, wie Salat oder Meeresfrüchte, aber auch gefrorene Früchte) kann das Norovirus übertragen werden. Gastroenteritis-Epidemien kommen daher häufig auch auf Kreuzfahrtschiffen oder in Pflegeheimen zum Ausbruch, weil viele Menschen über eine Küche mit Lebensmitteln versorgt werden.

Seltener erfolgt die Ansteckung auch über die Luft: Beim Erbrechen bilden sich beispielsweise Aerosole (winzige Tröpfchen, auf denen die Viren durch die Luft schweben), die hoch infektiös sein können. Auch beim Spülen der Toiletten kann das Norovirus in die Luft geraten, vor allem, wenn der Toilettendeckel dabei nicht geschlossen ist.

Die höchste Ansteckung haben Betroffene mit Auftreten der Symptome nach der Inkubationszeit und noch kurz danach. Viren werden über den Stuhl ausgeschieden – auch noch bis zu zwei Wochen nachdem die Symptome verschwunden sind, wenn auch deutlich geringfügiger. Händewaschen und Handhygiene sind gerade in dieser Phase extrem wichtig. Auch auf eine gemeinsame Nutzung von Handtüchern sollte verzichtet werden.

Behandlung bei Magen-Darm-Infekt durch Norovirus

In aller Regel ebben die durch den Norovirus hervorgerufenen Symptome nach wenigen Tagen von allein wieder ab. Eine spezifische antivirale Behandlung für die Norovirusinfektion gibt es nicht. Es besteht aber die Möglichkeit durch eine Behandlung Symptome zu lindern. Wichtig bei Magen-Darm-Infekt durch Norovirus ist sich zu schonen (Bettruhe) und genug zu trinken, um Dehydration (Flüssigkeitsmangel) zu vermeiden.

Außerdem sollten Erkrankte darauf achten, genug Elektrolyte, also Mineralsalze, zu sich zu nehmen, denn die gehen dem Körper durch Durchfall und/oder Erbrechen besonders verloren. Die wichtigsten Elektrolyte sind: Natrium, Kalzium, Kalium, Magnesium, Chlorid und Phosphat. Elektrolythaltige Getränke sind beispielsweise:

  • Tees aus: Blaubeere, Pfefferminze, Kamille, Kräutermischungen, Melisse
  • Elektrolytlösungen aus der Apotheke oder Drogerie
  • milde Säfte oder Schorlen (am besten mit stillem Wasser/Leitungswasser), zum Beispiel Apfelsaft oder milder Orangensaft

Gerade weil das Magen-Darm-System durch eine Infektion mit dem Norovirus stark belastet wird, helfen leicht verdauliche Speisen, wie Suppen, Zwieback, Reis oder ein bisschen Obst, wie geriebener Apfel oder Bananen. Durch das Extra an Salz und Mineralien sind auch Salzstangen oder gesalzene Reiswaffeln ein guter Tipp. Erkrankte sollten dagegen besonders fettige Speisen meiden – sie belasten die Verdauung während einer Gastroenteritis zusätzlich.

Medikamente bei Gastroenteritis

Ist der Durchfall sehr stark und hält länger als 24 Stunden an, können Medikamente zum Einsatz kommen, sogenannte Antidiarrhoika, wie Diphenoxylat, die den Durchfall eindämmen. Der Einsatz sollte aber unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt abgestimmt werden, da bestimmte Personengruppen diese Medikamente nicht einnehmen sollten, beispielsweise Kinder unter 18 Jahren, Menschen, die gerade eine Antibiotikatherapie hinter sich haben oder bei denen Fieber oder Blut im Stuhl auftreten. Ohnehin deutet Blut im Stuhl allerdings auf andere Erreger als Noroviren (beispielsweise Bakterien wie Campylobacter, Salmonellen, Shigellen).

Antibiotika wirken nicht gegen Viren, nur gegen Erreger aus der Gruppe der Bakterien. Sie kommen daher nur für eine Behandlung zum Einsatz, wenn es zur Superinfektion kommt, also beispielsweise Blut im Stuhl darauf hinweist, dass sich auf die virale Infektion eine bakterielle Infektion „draufgesetzt“ hat.

Wann braucht es unbedingt ärztliche Hilfe gegen die Norovirus-infekton?

Bestimmten Personengruppen kann eine Infektion mit dem Norovirus schnell gefährlich zusetzen, beispielsweise Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren, Schwangeren, Menschen über 65 Jahre, Immungeschwächten, Krebspatienten oder Menschen mit bestehenden Erkrankungen an Herz oder Nieren, oder mit Diabetes.

Grundsätzlich sollte man bei diesen Anzeichen medizinische Hilfe von einem Arzt oder in der Notaufnahme hinzuziehen:

speziell bei Kleinkindern sind weitere Warnsignale:

  • trockene Windeln über Stunden
  • eingesunkene Fontanelle
  • wenn sie apathisch wirken und nicht trinken

Ist eine Infektion mit Norovirus meldepflichtig?

Beim Nachweis von Noroviren im Stuhl (Labornachweis) ist eine Gastroenteritis, also ein Magen-Darm-Infekt, laut §7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) dem Gesundheitsamt gegenüber meldepflichtig. So ein Labortest wird allerdings eher selten durchgeführt, es sei denn es geht um vulnerable Personen mit Risiko für schweren Verlauf, wie zur Vermeidung von Ausbrüchen in einem Pflegeheim, Krankenhaus oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen.

Außerdem muss dem Gesundheitsamt laut § 6 Abs. 1 Nr. 2 IfSG spätestens 24 Stunden nach Erkenntnis über eine Erkrankung oder den Verdacht auf Gastroenteritis durch Norovirus, Bescheid gegeben werden, wenn:

  • der Patient oder die Patientin Umgang mit Lebensmitteln hat oder in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung arbeitet
  • zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang mit der Infektion wahrscheinlich ist oder vermutet wird.

Außerdem müssen Leiterinnen und Leiter von Gemeinschaftseinrichtungen das Gesundheitsamt umgehend informieren, wenn in ihrer Einrichtung Kinder erkrankt oder dessen verdächtig sind, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Schützen und vorbeugen: Hygienemaßnahmen gegen das Norovirus

Noroviren werden meist über die Hände oder kontaminierte Lebensmittel übertragen. Da es bisher keine wirksame Impfung gegen Noroviren gibt, kommt es darauf an, diese Übertragung durch Hygienemaßnahmen zu verhindern:

  • Handhygiene ist vor allem nach Toilettengängen und vor dem Zubereiten von Nahrung wichtig: Gründliches Händewaschen mit Seife, 20 bis 30 Sekunden, unter fließendem Wasser abspülen oder Handdesinfektion mit Desinfektionsmittel oder Desinfektionsgel, das „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ wirkt, um Noroviren effektiv abzutöten.
  • Desinfektion von Oberflächen: So mehrere Toiletten in einem Haushalt mit Infizierten vorhanden sind, sollten die Betroffenen für ein paar Tage allein ein Badezimmer benutzen, um Verwandte nicht anzustecken. Außerdem sollten häufig gemeinsam genutzte Oberflächen mit einem viruzid wirksamen Desinfektionsmittel regelmäßig desinfiziert und gereinigt werden. Reste von Erbrochenem oder Stuhl sollten sofort entfernt werden – Helfende sollten dabei nach Möglichkeit Handschuhe tragen.
  • Wäsche und Bettwäsche (so Erkrankte sich nicht isolieren können) sollten alle ein bis zwei Tage gewechselt und bei mindestens 60 Grad mit Vollwaschmittel gewaschen werden.
  • Erkrankte sollten keine Lebensmittel zubereiten oder berühren, die auch von anderen gegessen werden.
  • Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser oder Altenheime/Pflegeheime sollten Erkrankte auch mindestens zwei Tage nach Schwinden ihrer Symptome meiden, denn sie können Erreger trotzdem weitergeben.

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