Nordische Kombination: Deutsche Kombinierer bleiben erstmals seit 28 Jahren ohne Medaille

Obwohl sie nach dem Springen in Führung lagen, haben die deutschen Nordischen Kombinierer im Teamsprint auf dramatische Weise eine Medaille verpasst. Auf seiner vorletzten Runde stürzte Vinzenz Geiger zweimal und zerstörte so alle Hoffnungen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Olympiasieger von Peking noch aussichtsreich in einer Fünfergruppe gelegen. Erstmals seit 1998 blieben die einstigen „Dominierer“ somit bei Winterspielen ohne Medaille. 

Gold ging in dem dramatischen Rennen bei dichtem Schneefall an Norwegen mit Dreifach-Olympiasieger Jens Lurås Oftebro und Andreas Skoglund vor Finnland und Österreich. Oftebro schrieb mit seinem Sieg ein Stück Olympiageschichte: Dreimal Gold in einem Jahr hatte zuvor nur der Finne Samppa Lajunen (2002) geschafft. Insgesamt steht der 25 Jahre alte Oftebro jetzt bei vier Goldmedaillen, damit stellte er den Rekord seines Landsmanns Jörgen Graabak (2014 bis 2022) ein.

Für das deutsche Duo hatte der Wettbewerb am Morgen perfekt begonnen. Sowohl Geiger (122,5 Meter) als auch Johannes Rydzek (123,0) überzeugten beim Skispringen in Predazzo, Lohn war die knappe Führung vor Norwegen. In der Loipe liefen die fünf Topnationen aber schnell zusammen. Vier Kilometer vor dem Ziel stürzte Geiger gleich zweimal und verlor den Anschluss. Demoralisiert musste Rydzek sogar noch die mit großem Abstand gestarteten Italiener vorbeiziehen lassen und wurde Fünfter.

„Ich bin noch nie gestürzt“

„Scheiße, ey“, brüllte Geiger im Ziel und warf wütend seine Stöcke zur Seite. Dann suchte der Oberstdorfer in den Armen seines ebenfalls tief enttäuschten Partners Trost. „Ich habe nicht viel gesehen, meine Brille war zu, dann bin ich in ein Loch reingefahren. Wenig später lag ich schon wieder“, sagte Geiger in der ARD, „ich bin noch nie gestürzt. Das tut mir richtig fett leid. Wir haben so hart gearbeitet – und dann so ein blöder Fehler.“

Womöglich ist mit dem Debakel von Predazzo für das Duo des Deutschen Ski-Verbandes zudem eine lange und erfolgreiche olympische Geschichte glanzlos zu Ende gegangen. Denn der Teamsprint von Predazzo könnte der letzte Wettbewerb der Nordischen Kombinierer bei Olympischen Spielen gewesen sein. Ob die Kombination auch 2030 zum Programm gehört, entscheidet sich im Mai.

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