Nikkei-Index: Deutlicher Wahlsieg der Regierungspartei beflügelt Börsen in Japan

Ein deutlicher Wahlsieg
der Regierungspartei in Japan hat ‌den Börsen in Asien Auftrieb gegeben und zugleich den Yen gestärkt. Der japanische
Leitindex Nikkei stieg um 4,4 Prozent auf ein Rekordhoch. Der Aktienindex übersprang zeitweise erstmals die Marke von 57.000 Punkten. Anleger hoffen auf weitere Konjunkturprogramme der Regierung von
Ministerpräsidentin Sanae Takaichi. Der Yen machte seine ​Verluste aus den
vergangenen sechs Handelstagen wett.

Takaichi und ihre Liberaldemokratische Partei hatten zuvor den größten Wahlsieg ihrer Geschichte gefeiert. Als erste Partei seit dem
Zweiten Weltkrieg gewann die Partei bei der Neuwahl zum Unterhaus allein mehr als zwei Drittel der 465 Sitze in der
mächtigen Parlamentskammer. Der Sieg verschafft der
rechtsgerichteten Regierungschefin enorme Macht.

Takaichi will Steuern senken und die Wirtschaft mit Investitionen ankurbeln

Als erste Frau an der
Spitze der Regierung ist Takaichi erst seit Ende Oktober im Amt. Mit der neuen Mehrheit kann sie Verfassungsänderungen vorantreiben und Gesetze verabschieden, selbst
wenn diese vom Oberhaus abgelehnt werden. 

Im Wahlkampf hatte sie versprochen, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel für zwei Jahre auszusetzen. So sollen die gestiegenen Lebenshaltungskosten in Japan ausgeglichen werden. Auch die Benzinsteuer will Takaichi absenken, staatliche Investitionsprogramme sollen die Wirtschaft ankurbeln.

Die Inflationsrate in Japan lag zuletzt bei rund drei Prozent. Der Yen ist schon lange schwach, was Importe verteuert. Experten sehen Takaichis Pläne kritisch, denn die Staatsverschuldung Japans ist jetzt schon groß. Geringere Steuern bedeuten weniger Einnahmen. Deshalb will die Regierungschefin die Steuersätze auch nur temporär senken. Die Aussicht auf eine höhere Verschuldung trieb jedoch die Renditen für zweijährige japanische Staatsanleihen auf 1,3 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1996.