Weltmeisterschaft im eigenen Land und einen Titel mit der HSG Blomberg-Lippe: Nationalspielerin Nieke Kühne hat große Träume für das Handball-Jahr.
Es ist derzeit viel los im Handball-Leben von Nieke Kühne. Mit der HSG Blomberg-Lippe ist sie Anfang September erfolgreich in die neue Saison der Handball-Bundesliga gestartet. Am Montag beginnt in Krefeld der einwöchige Lehrgang der Nationalmannschaft mit zwei Länderspielen gegen die Niederlande, die die Vorbereitung auf die Handball-Weltmeisterschaft (26. November bis 14. Dezember) im eigenen Land eingeläuten.
Für eine große Party anlässlich ihres 21. Geburtstags am vergangenen Dienstag blieb da diesmal nicht viel Zeit. „Wir haben aber im Training ein wenig gefeiert“, berichtet sie im Gespräch mit dem WDR.
Optimaler Saisonstart
Ihr Fokus ist eben voll auf den Handball gerichtet. Der Saisonstart der HSG Blomberg-Lippe verlief für Nieke Kühne optimal mit zwei Siegen gegen TuS Metzingen und den Buxtehuder SV. Die HSG grüßt als Tabellenführer der Handball-Bundesliga.
Die große Prüfung kommt aber erst. Samstag steht das Topspiel gegen den Thüringer HC an, mit dem die HSG noch eine offene Rechnung hat. Im August ging das Supercupfinale knapp und ärgerlich verloren. „Das tut schon noch ein bisschen weh“, blickt Nieke Kühne zurück.
Reicht es für einen Titel?
Der Supercup war nicht das einzige verlorene Endspiel. Auch im Finale um die Deutsche Meisterschaft und im Endspiel um den DHB-Pokal zogen die Lipperinnen den Kürzeren, allerdings jeweils gegen das Ausnahmeteam aus Ludwigsburg, das sich kürzlich nach einem Finanzkollaps vom Spielbetrieb zurückziehen musste.
Da wäre doch der Weg frei für die HSG, endlich den ersehnten Titel zu holen? „Ich glaube schon, dass wir eine andere Rolle spielen können. Die Qualität, oben dabei zu sein, haben wir“, sagt die gebürtige Wolfenbüttelerin, verweist gleichzeitig aber auf harte Konkurrenz aus Dortmund, Thüringen und Bensheim/Auerbach.
Selbstbewusst im Nationalteam
Eine tragende Rolle wie bei der HSG, wo sie derzeit beste Feldtorschützin ist und noch einen Vertrag bis ins Jahr 2027 hat, spielt die 1,84 m große Handballerin bei der Nationalmannschaft noch nicht. Schließlich ist sie erst seit Oktober vergangenen Jahres beim A-Team und kam seitdem sechsmal zum Einsatz.
Auf ihrer Position im linken Rückraum ist die Konkurrenz mit den erfahrenen Xenia Smits und Emily Bölk groß. „Das sind überragende Spielerinnen, von denen ich viel lernen kann. Aber vielleicht kann ich mit ihnen auch zusammenspielen, wenn wir zu viert im Rückraum agieren“, sagt Kühne selbstbewusst.
Vorfreude auf volle WM-Hallen
Noch ist die WM im November einigermaßen weit weg, doch wenn sie an die Spiele in der wohl ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle mit bis zu 11.000 Zuschauern denkt, steigt die Vorfreude. „Das beflügelt mich. Solche Spiele machen mir am meisten Spaß, wenn die Familie und die Freunde auf der Tribüne dabei sind und die Halle voll ist“, sagt Kühne, die als Sportsoldatin von der Bundeswehr unterstützt wird und vor einem halben Jahr ein Fernstudium Kinderpädagogik begonnen hat.
Nieke Kühne im Handball-Länderspiel gegen Frankreich
Und sie will natürlich dazu beitragen, dass es weiter nach oben geht als bei den letzten drei Großturnieren, bei denen für die Nationalmannschaft jeweils ein 6. Platz (WM 2023) und zwei 7. Plätze (EM 2022 und EM 2024) heraussprangen. Die Finalrunde in Rotterdam ist nun das große Ziel.
Jetzt gilt Kühnes Konzentration aber erst einmal dem Topspiel gegen den Thüringer HC mit der HSG und den beiden Testländerspielen gegen Mit-Gastgeber Niederlande am 19. September in Eindhoven und am 21. September (19 Uhr, Tickets noch verfügbar) in der Krefelder Arena.
Unsere Quellen:
- Interview mit Nieke Kühne
