

Ist Nicki Minajs Wandlung zur Trump-Anhängerin durch Bots befeuert worden? Ja, meint die israelische Plattform Cyabra, die Falschinformation und erfundenen Profilen in sozialen Medien nachforscht. Bei einer Untersuchung von Posts zu Minajs unerwarteter Unterstützung der Abschiebepolitik des amerikanischen Präsidenten und der konservativen Jugendorganisation Turning Point USA fanden die Betreiber laut dem Portal Politico im November und Dezember mehr als 18.000 Bots. Sie sollen den Lobeshymnen der 43 Jahre alten Rapperin auf den Republikaner Trump auf der Plattform X Rückenwind verliehen haben.
Auch Minajs Tiraden gegen angebliche Versuche des Demokraten und kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom, bei Schwarzen und Transgendern Stimmen zu sammeln, zogen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz angeblich weite Kreise. „Am Schnittpunkt von Geopolitik und Musikkultur beobachten wir eher selten einen orchestrierten Einsatz von gefälschten Akteuren“, sagte Dan Brahmy, Chef und Gründer des Unternehmens. Den Auftraggeber der Untersuchung nannte der Fünfunddreißigjährige nicht. Aus Angst vor Vergeltung wolle er seinen Namen nicht verraten.
Minaj, die mit fünf Jahren als illegale Einwanderin aus Trinidad und Tobago nach New York kam, hatte zuletzt mit positiven Äußerungen zu Trumps Politik überrascht. In sozialen Medien lobte die Sängerin unter anderem einen Entwurf zum „Save Act“, der das Wahlrecht in den USA auf Bewohner beschränken will, die eine Staatsbürgerschaft belegen können. Nach einem Auftritt mit Trump soll Minaj mithilfe der „Trump Gold Card“ seit einigen Wochen selbst auf dem Weg zur amerikanischen Staatsbürgerschaft sein.
Influencer und Trump-Unterstützer Alex Bruesewitz glaubt derweil nicht an den Großeinsatz der Bots. „Nicki hat in sozialen Medien nie nachgeholfen. Sie versammelt eine der größten Gruppen von Anhängern hinter sich und hat das nicht nötig“, sagte der Neunundzwanzigjährige.
