

Abschiebungen aus Iran und Pakistan verschärfen Hunger in Afghanistan
Die Massenabschiebung von Afghanen aus den Nachbarländern Iran und Pakistan verschärft die humanitäre Krise in dem Land. Dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) zufolge sind mehr als 2,5 Millionen Menschen in eine Nation zurückgekehrt, in der bereits 17 Millionen Einwohner von akutem Hunger betroffen sind. Zu den Abgeschobenen gehört ein 55-jähriger Familienvater, der nun mit seiner Frau, fünf Kindern und einem Enkelkind in einem Zelt am Rande von Kabul lebt. Vor ihnen stehen trockenes Brot und Tee – ihre einzige Mahlzeit des Tages. „Von Tag zu Tag wird es schlimmer“, sagte er am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir mit dem Tod zufrieden sind.“
Der Iran und Pakistan hatten die Abschiebungen im vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet. Teheran begründete dies mit Sicherheitsbedenken und Spionagevorwürfen, Islamabad warf der afghanischen Taliban-Regierung vor, militante Kämpfer zu beherbergen. Die Rückkehrerwelle habe die Bevölkerung um ein Zehntel anwachsen lassen, sagte John Aylieff, der WFP-Landesdirektor in Afghanistan. Zudem falle mit den Arbeitern eine wichtige Geldquelle weg. „Diese Überweisungen waren eine Lebensader für Afghanistan“, erklärte Aylieff. Die Kürzungen internationaler Hilfsprogramme haben die Mittel von Organisationen wie dem WFP stark verringert. Das vergangene Jahr habe den größten Anstieg an Mangelernährung gebracht, der je in Afghanistan verzeichnet worden sei, und die Prognose sei, dass es noch schlimmer werde.
