Neues Angebot vorgelegt: Paramount könnte Bieterkampf um Warner Bros. doch noch gewinnen

Neues Angebot vorgelegtParamount könnte Bieterkampf um Warner Bros. doch noch gewinnen

25.02.2026, 03:31 Uhr

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Eine neue Paramount-Offerte setzt Netflix unter Druck. (Foto: REUTERS)

Die Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison will ihren Hollywood-Konzern Paramount unbedingt mit Warner Brothers fusionieren. Können die Ellisons mit mehr Geld doch noch Netflix ausstechen?

Im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers meldet sich der Rivale Paramount mit einem angehobenen Gebot zurück im Rennen. Der Verwaltungsrat des Konzerns Warner Bros. Discovery will sich näher mit dem überarbeiteten Angebot von Paramount befassen, um zu klären, ob es dem bereits angenommenen Netflix-Vorschlag überlegen ist. Der Warner-Verwaltungsrat hält es seiner Mitteilung zufolge für durchaus realistisch, dass der Paramount-Deal als besser bewertet wird. Netflix hätte in diesem Fall gemäß der bisherigen Übernahmevereinbarung vier Tage Zeit für einen Konter.

Ein Dollar pro Aktie mehr

Paramount hat unter anderem das Gebot für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery von 30 auf 31 Dollar pro Aktie in bar erhöht. Netflix will dagegen nur das Studio- und Streaminggeschäft kaufen. Die TV-Sender von Warner – darunter auch CNN – sollten bei dieser Variante in ein separates Unternehmen wandern.

Paramount bietet Warner auch eine außergewöhnliche hohe Zahlung von sieben Milliarden Dollar für den Fall an, dass der Deal an Bedenken der Regulierer scheitern sollte. Zudem hatte der Konzern bereits versprochen, die Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner bei einer Auflösung des bisherigen Deals an Netflix überweisen müsste.

Ob das nachgebesserte Paramount-Angebot zu einer neuen Preisrunde in der Bieterschlacht führt, ist offen. Netflix-Co-Chef Ted Sarandos spielte die Aussicht darauf herunter. Der Streaming-Riese habe schon in der Vergangenheit lieber Rückzieher gemacht und andere zu viel bezahlen lassen, sagte er vergangene Woche dem Branchenblatt „Variety“.

Der Warner-Verwaltungsrat hält bis auf weiteres noch an seiner Empfehlung an die Aktionäre fest, das Übernahmeangebot von Netflix anzunehmen. Die Abstimmung darüber wurde auf den 20. März angesetzt.

Paramount geht es auch um CNN

Warner und Netflix waren Anfang Dezember eine verbindliche Übernahmevereinbarung für das Studio- und Streaming-Geschäft eingegangen. Wenige Tage später wandte sich Paramount direkt an die Aktionäre und bot 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery samt der TV-Sender wie unter anderem CNN. Netflix bietet knapp 83 Milliarden Dollar für Studios und Streaming.

Paramount bemühte sich in den vergangenen Wochen, die bisherigen Einwände von Warner auszuräumen und an den Verhandlungstisch zu kommen. Dazu gehörte das Versprechen, die Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner an Netflix bei einer Auflösung des bereits vereinbarten Übernahmedeals mit dem Streaming-Konzern überweisen müsste.

In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, der dafür bekannt ist, kritisch über US-Präsident Donald Trump zu berichten. Der hatte im Dezember betont, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele.

Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison gekauft. Seit der Übernahme schlägt die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Quelle: ntv.de, ino/dpa